2014 is another crucial year for climate finance. It will be an important subject at the climate summit that UN General Secretary Ban Ki Moon will host in September 2014, and last week the Board of the ‘Green Climate Fund’ pushed through the still outstanding decisions to make the fund operational by the end of the year. Huge uncertainties remain about how to account for climate finance from the private sector – but that should not keep us from involving the private sector more.
At the 2010 UN Climate Summit in Cancun, developed countries pledged to mobilize $100 billion (bn) USD in climate finance per year from 2020 onwards. The private sector was included as one of the sources of this USD 100 bn. As 2020 comes closer, the international debate on climate finance is increasingly focusing on these private sector contributions. Developing countries are rightfully concerned that this focus on private contributions delays and reduces the flow of already constrained public contributions for action on the ground. Yet leveraging private finance is crucial for global adaptation and mitigation initiatives – including in developing countries. We just cannot let the “$100 bn question” get in the way.
All kinds of technical questions need to be answered when identifying ways to mobilize private investments that contribute to the $100 bn USD. The climate finance discussion thus moved towards highly complex issues like tracking, scaling-up and replication of private climate investments. Paradoxically, this effort could delay action on mobilizing private-sector finance.
Increasing efforts are being made to quantify and track private climate finance flows. For example, the Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) and others are analysing tracking methods and ways to measure publicly mobilized private climate finance. The assessment has, to date, mainly focused on project finance in climate change mitigation and is severely compromised by a lack of data. The renewable energy sector might be an exception, but comprehensive financial data on mitigation through energy efficiency, transportation, agriculture and forestry currently do not exist. The situation is even more complicated for adaptation finance.
In addition, there are problems with respect to attribution, additionality and the definitions of “private” and “climate finance”. Through attribution, double counting should be prevented: when several actors are involved, the investment should not be ‘attributed’ to all of them in entirety. Additionality in the context of private-sector finance means proving that without Country X efforts, private investments in, say solar power in Country Y, would not have been made. Proving this can be very difficult, especially if causes and effects are indirect. Lastly, a lack of agreed definitions of “private sector” and “climate finance” creates information gaps and different interpretations from different actors.
All these issues combined lead to inaccuracies and ambiguities, and make it difficult to determine how much climate finance actually flows. This, in turn, leaves developing countries puzzled and distrustful – both about climate finance flows in the years leading up to 2020 and about whether the $100 bn target will be met.
Another important question that the Climate Change Expert Group of the OECD currently addresses is how to replicate and scale-up climate interventions. Successful examples of public-private interventions were found in both mitigation and adaptation, but the latter appears to be more challenging. The analysis shows that advantageous private engagement can be stimulated when public finance and public policies are effectively used, for example, through suitable regulatory frameworks and institutional arrangements, building technical capacity, and risk mitigation mechanisms. Public financing can also be used to close the information gaps.
It is important to keep working to resolve all the issues and exploit the opportunities mentioned above. Along the way, trust must be build between developed and developing countries, most notably with regard to tracking and assigning responsibilities and verifying whether investments have real impacts on the ground. However, it must be acknowledged that some issues will either never be solved or always be contentious.
The Intergovernmental Panel on Climate Change’s Fifth Assessment Report recently highlighted the urgent need for larger investments in mitigation –the door to prevent dangerous climate change is closing – and in adaptation, as climate change impacts are already noticeable throughout the world. The lack of resolution on the private-sector related issues above should not keep climate finance from flowing. The ultimate goal is not to meet the $100 bn target, but to move towards low-carbon and climate-resilient societies.
Photo: ©ETH Zürich
Source: The Current Column of 26 May 2014 (DIE) by Pieter Pauw, Department “Environmental Policy and Natural Resources Management”, German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) and Adis Dzebo, Research Associate, Stockholm Environment Institute (SEI)
Das Jahr 2014 ist erneut ein entscheidendes Jahr für die internationale Klimafinanzierung. Es wird eines der wichtigen Themen auf dem Klimagipfel der Vereinten Nationen (UN) im September 2014 sein, zu dem Generalsekretär Ban Ki-moon eingeladen hat. Vergangene Woche fasste zudem das Direktorium des Grünen Klimafonds unter Hochdruck die noch ausstehenden Beschlüsse, um den Fonds bis Jahresende handlungsfähig zu machen. Unklarheit besteht weiterhin bei der Einbindung von Klimainvestitionen des Privatsektors, was die Entscheider jedoch nicht davon abhalten sollte, ihn stärker in die Klimafinanzierung einzubinden.
Auf dem UN-Klimagipfel 2010 in Cancún haben die Industrieländer zugesagt, ab 2020 jährlich 100 Mrd. USD an Klimafinanzierung zu mobilisieren. Auch der Privatsektor wird als eine der Finanzierungsquellen gezählt. Je näher das Jahr 2020 rückt, desto mehr Beachtung schenkt die internationale Klimadebatte diesem privatwirtschaftlichen Beitrag. Mit Recht befürchten Entwicklungsländer, dieser Fokus könne den Zufluss der ohnehin begrenzten öffentlichen Mittel für konkrete Maßnahmen verzögern und reduzieren. Die Mobilisierung privater Mittel ist jedoch von großer Bedeutung für globale Anpassungs- und Minderungsinitiativen – auch in Entwicklungsländern. Wir können nicht zulassen, dass uns die „100-Milliarden-Dollar-Frage“ in die Quere kommt.
Auf der Suche nach Wegen, private Investitionen zu mobilisieren, die zu den 100 Mrd. USD beitragen, sind viele technische Fragen zu beantworten. Daher dreht sich die Klimafinanzierungsdebatte vermehrt um komplexe Themen wie die Berichterstattung, Wiederholung und Ausweitung privater Klimainvestitionen im großen Maßstab. Paradoxerweise besteht die Gefahr, dass gerade diese Debatte die Mobilisierung privater Mittel verzögert.
Zunehmend wird versucht, private Klimafinanzierung zu beziffern und nachzuverfolgen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und andere untersuchen zum Beispiel Möglichkeiten und Methodiken zur Messung der Größenordnung mobilisierter privater Klimainvestitionen. Analysiert wurden bisher vor allem Mittel für Projekte zur Minderung des Klimawandels; die Aussagekraft ist jedoch wegen Datenmangels begrenzt. Der erneuerbare Energiensektor stellt eine Ausnahme dar, umfassende Daten zu Investitionen im Bereich Energieeffizienz, Transportwesen, Land- und Forstwirtschaft gibt es hingegen nicht. Bei der Anpassungsfinanzierung ist die Lage noch komplizierter.
Hinzukommen Schwierigkeiten bei der Zuordnung, Zusätzlichkeit und den Definitionen von „privat“, sowie „Klimafinanzierung“. Die Zuordnung von Finanzierungsflüssen soll doppelte Zählungen verhindern: Sind mehrere Akteure beteiligt, darf die Investition nicht mehrmals zugeordnet werden. Zusätzlichkeit privatwirtschaftlicher Finanzierung heißt, es ist nachzuweisen, dass die private Investitionen z. B. in Solarenergie im Land Y nicht ohne öffentlichen Interventionen aus Land X getätigt worden wären. Dies zu belegen kann schwer sein, insbesondere bei indirekten Ursache-Wirkung Beziehungen. Und schließlich sorgt das Fehlen anerkannter Definitionen von „privat“ und „Klimafinanzierung“ für Informationslücken und ein unterschiedliches Verständnis bei den Akteuren.
Auf diese Weise entstehen Ungenauigkeiten und Mehrdeutigkeiten, so dass es schwer ist zu ermitteln, wie viel private Klimafinanzierung tatsächlich fließt. Das wiederum verunsichert Entwicklungsländer und lässt sie an der Klimafinanzierung bis 2020 zweifeln, und daran ob die 100 Mrd. USD erreicht werde.
Eine weitere wichtige Frage, die die Expertengruppe zu Klimawandel der OECD derzeit zu beantworten versucht, ist, wie sich Klimamaßnahmen replizieren und ausweiten lassen. Erfolgreiche Beispiele für öffentlich-private Projekte finden sich sowohl in Minderung als auch Anpassung, doch im letzteren scheint die größere Herausforderung zu liegen. Den Analysen zufolge lässt sich das gewünschte private Engagement durch effektive öffentliche Mittel und Politik stimulieren, wie etwa durch geeignete rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen, den Aufbau technischer Kapazitäten und Strategien zur Risikominimierung. Öffentlichen Mitteln können auch zur Schließung von Informationslücken genutzt werden.
Die Bemühungen, alle offenen Fragen zu klären und die genannten Möglichkeiten auszuschöpfen, müssen weitergehen. Dabei kommt es darauf an Vertrauen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern aufzubauen, vor allem hinsichtlich der Berichterstattung und Zuweisung von Verantwortung, sowie der Überprüfung der tatsächlichen Wirkung von Investitionen vor Ort. Gleichwohl muss anerkannt werden, dass manche Punkte niemals vollständig geklärt oder immer kontrovers sein werden.
Der Fünfte Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) betonte unlängst, wie dringend höhere Investitionen sowohl in Minderungsmaßnahmen als auch in Anpassung sind. Die Unentschlossenheit in den oben erwähnten Fragen darf die Klimafinanzierung nicht ausbremsen. Das oberste Ziel besteht nicht darin, das 100-Milliarden-Dollar-Ziel zu erreichen, sondern auf dem Weg zu kohlenstoffarmen und klimaresilienten Gesellschaften voranzukommen.
Foto: ©ETH Zürich
Quelle: Die aktuelle Kolumne vom 26.05.2014 (DIE) von Pieter Pauw, Abteilung „Umweltpolitik und Ressourcenmanagement“, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) und Adis Dzebo, Research Associate, Stockholm Environment Institute (SEI)