Engagement Global | Nachhaltigkeit im Sport fördern

Eigentlich sollten im Juni und Juli 2020 die Themenwochen „Sport. Global. Nachhaltig“ stattfinden – parallel zur Fußball Europameisterschaft und den Olympischen Spielen in Japan. Nun gibt es diesen Sommer weder große Sportevents noch Präsenzveranstaltungen an der Deutschen Sporthochschule Köln. Um trotzdem über Themen wie den ökologischen Fußabdruck von internationalen Sportorganisationen oder die Produktionsbedingungen von Sportartikeln aufzuklären, organisierte die Außenstelle Düsseldorf von Engagement Global gemeinsam mit dem Institut für Europäische Sportentwicklung und Freizeitforschung eine Webinarreihe im Bereich der Online-Lehre.

Während Ende Mai bereits eine digitale Einführung in das Thema der Agenda 2030 und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung für Studierende der Bachelorstudiengänge stattfand, vertieften am 10. Juni vorwiegend Masterstudierende Fragen rund um das Ziel 13, den Klimaschutz. Julian Ekelhof von CO2OL Climate Solutionserklärte, in welchem Bereichen im internationalen Sportgeschäft die größten klimarelevanten Emissionen entstehen, welche Daten für die Messung und Analyse des CO2-Fußabdrucks von Bedeutung sind und welche Maßnahmen ihn effektiv reduzieren können. Dabei erfuhren die Teilnehmenden, dass der CO2-Fußabdruck der Fußball Weltmeisterschaft 2018 dem Fußabdruck des Fan-Reiseaufkommens von zehn Bundesliga-Saisons entsprochen hat.

Am 18. Juni vermittelte der Sportwissenschaftler Enrique Zaragoza, welche Chancen mit einer nachhaltigen und fairen Produktion von Sportartikeln verbunden sein können. Er ging dabei der Frage nach, wieso es im Sport global einheitliche Regelwerke für nahezu alle Disziplinen gibt, in der Herstellung von Sportartikeln weltweit jedoch gravierende Unterschiede bei Standards und Regeln gelten. Die Studierenden wollten wissen, wie sie bei Unternehmen zwischen Greenwashing und echtem Engagement unterscheiden und welchen Siegeln sie vertrauen können. Es wurde darüber diskutiert, dass Vergleichsportale wie Siegelklarheit für motivierte Konsumentinnen und Konsumenten hilfreich sind, eine weitreichende Veränderung jedoch nur über gesetzliche Vorschriften wie das geplante Lieferkettengesetz erzielt werden könnte.

Das Thema der globalen Verantwortung des Sports greift auch die Kampagne #sporthandeltfair auf, ein Zusammenschluss aus Nichtregierungsorganisationen, Sportvereinen, Verbänden und Kommunen, die sich bundesweit aktiv für die Themen Sport, Fairer Handel und Nachhaltigkeit einsetzen. Gefördert wird die Kampagne unter anderem von Engagement Global.

Engagement Global nutzt den Sport, um bei der breiten Zielgruppe der Sportbegeisterten durch Ansätze des Globalen Lernens einen Perspektivwechsel anzuregen. Die Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule Köln findet im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD) statt. Die Außenstellen von Engagement Global führen das Programm dezentral durch, um entwicklungspolitisches Engagement auch regional und lokal dauerhaft zu verorten.

Zu weiteren Informationen über die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

Zur Webseite der Kampagne #sporthandeltfair

Zu weiteren Informationen zum Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD)

Quelle: Engagement Global, 23.06.2020