LAZ: Deutschland und Lateinamerika – gemeinsam gegen den Klimawandel

Der Klimaexperte Ping besucht die Grundschulen in Bonn und Köln, um die Kinder über Zusammenhänge des Klimawandels in Lateinamerika zu informieren.

Das Bildungsprojekt „Ping der kleine Klimaexperte – unterwegs in Lateinamerika und Deutschland“ des Lateinamerika-Zentrum e.V. (LAZ) begeistert zunehmend Kinder und Lehrkräfte der Grundschulen in Bonn und Köln. Die Anfragen für die Projekttage sind weiterhin gestiegen und es wurden konkrete Pläne ausgearbeitet, um dieses Projekt auch in Lateinamerika anzubieten.

Das Projekt wurde im Rahmen der entwicklungspolitischen Bildung entworfen und zielt auf eine Sensibilisierung der Kinder bezüglich des Klimawandels und dessen Folgen ab. Besonders die Verbindung zweier vermeintlich weit entfernter Kontinente – Europa und Lateinamerika – stehen dabei im Fokus. Bereits seit vier Jahren wird dieses Projekt angeboten und erfreut sich immer größerer Nachfrage. So konnten bereits über 300 Kinder der 3. und 4. Klassen allein im letzten Schuljahr an den kostenlosen Projekttagen teilnehmen. Bereits bei früheren Bildungsprojekten haben wir immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Kinder im jungen Alter besonders wissbegierig sind und sich auf spielerische und abwechslungsreiche Art schnell begeistern und interessieren lassen. So können ihnen die Grundkenntnisse des Klimawandels anschaulich vermittelt werden, wobei die Schüler*innen schnell Ungerechtigkeiten erkennen und den Ursachen auf den Grund gehen wollen. Nicht zuletzt ist auch die multiplikatorische Wirkung nicht außer Acht zu lassen, denn, da die Familien und Lehrkräfte von unserem Projekt so begeistert sind, folgen nicht selten auf erste Projekttage weitere Anfragen der Schulen.

„Die Pilze sehen ja aus, als würden am Baum Berliner hängen!“ (Schüler)

Alle Schüler*innen sind begeistert von den ihnen unbekannten Pflanzen, die in Chile wachsen. Als Nena Fotos von der Pflanzen- und Tierwelt ihres Herkunftslandes zeigt und dazu über ihre Erlebnisse dort sowie über ihre Kultur erzählt, hören die Kinder gebannt zu. „Durch die Erwärmung der Meere haben wir in Chile große Probleme mit roten Algen, die giftig für die Tiere sind“, berichtet sie weiter. Die Kinder sind bestürzt.

Nena ist eine der zahlreichen Bildungsreferent*innen, die das LAZ bei den Ping-Projekttagen unterstützen. Sie alle sind Migrant*innen aus Lateinamerika, die in Deutschland leben und teilweise eigens vom LAZ ausgebildet wurden, um die lokale Öffentlichkeit auf die Zusammenhänge des Klimawandels in Lateinamerika aufmerksam zu machen.  Bei den Projekttagen sind sie es, die besondere Aufmerksamkeit bekommen und riesiges Interesse durch ihre authentischen Erzählungen aus ihren Herkunftsländern bei den Kindern wecken. So wird die Wirkung des Projekts besonders nachhaltig gestaltet.

Ein ganz besonderer Bestandteil der Projekttage ist das eigens erstellte Lehrbuch, welches den Kindern geschenkt wird und von den Lehrkräften später im Unterricht weiterverwendet werden kann. Darin befinden sich Kapitel zu den verschiedenen Herkunftsländern der Bildungsreferent*innen, welche immer wieder erweitert werden. Zum Beispiel ist dieses Schuljahr ein neues Kapitel zu Argentinien dazugekommen. Da sich die Bildungsreferent*innen untereinander und mit anderen Migrant*innen vernetzen, wächst der Kreis der Bildungsreferent*innen immer weiter, was dem LAZ einerseits ermöglicht, während der Projekttage über immer mehr Länder Lateinamerikas zu informieren und sich andererseits so auch die Möglichkeit ergibt, die Projekttage auch auf Köln und ganz NRW auszuweiten.

Durch die stetige Evaluierung und Weiterentwicklung, wächst das Ping-Projekt immer weiter. Die Kontakte zu Schulen aus dem letzten Projektzeitraum und aus dem zweiten Bildungsprojekt des LAZ  „Migration und Entwicklung“ konnten weiter ausgebaut werden und so werden an einer Schule weitere Projekttage geplant. Zurzeit wird ein Konzept a

Ein Projekttag beinhaltet diverse Aktivitäten, wie lesen, basteln, malen etc.

usgearbeitet, um den Klimaexperten Ping auch nach Lateinamerika zu bringen. Dazu wurden bereits zwei Pilotprojekte in Peru und Mexiko durchgeführt und weitere sind dieses Jahr in Chile, Peru und Bolivien geplant. Dies ist nur durch die Unterstützung der Bildungsreferent*innen möglich, welche bereits einige Kontakte zu ihren früheren Schulen herstellen konnten. Derzeit warten wir aber noch auf die Bewilligung des Projekts, um es dann entsprechend intensiv angehen zu können. Trotzdem wird schon daran gearbeitet, Schulpartnerschaften zwischen Schulen aus Deutschland und Lateinamerika aufzubauen. Im Februar schickte eine Schulklasse aus Eitorf Grüße nach Chile: Die Kinder malten Bilder, auf denen sie Bäume, Autos sowie andere Dinge aus ihrem Alltag zeigten sowie Möglichkeiten wie man die Umwelt schützen kann, und schrieben kurze Nachrichten auf Spanisch oder Englisch an Schüler*innen einer chilenischen Grundschule.

Mit großer Freude können wir ankündigen, dass das von Stefanie Hahl entwickelte Folgeprojekt „Ping der kleine große Klimaexperte – unterwegs in Lateinamerika, NRW und Deutschland“  für das Schuljahr 2019/2020 diesen Monat vom Fördermittelgeber Engagement Global genehmigt wurde und Ping somit bald in die nächste Runde gehen wird. Wir freuen uns weiterhin über Anfragen für weitere Projekttage.

Quelle: Pressemitteilung Lateinamerika-Zentrum e.V., 27.03.2019