13.10.2016 | FEMNET: Neue Maßstäbe für die Modeindustrie – Was bringt das Textilbündnis?

Wer ist dafür zuständig, Unglücke wie den Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes in Bangladesch oder den Fabrikbrand beim pakistanischen KiK-Zulieferer mit jeweils mehreren hundert Toten und Verletzten zu verhindern? Darüber diskutieren Studierende und Fachleute auf der Hochschulkonferenz „Fair Fashion Works? Unternehmensverantwortung im Modestudium“ in Düsseldorf am 13. und 14. Oktober. Der Bonner Verein FEMNET organisiert die Konferenz zum dritten Mal im Rahmen des Projektes FairSchnitt, das Studierenden und Lehrenden modebezogener Studiengänge die Themen Sozialstandards und Unternehmensverantwortung in der Bekleidungsindustrie nahebringen und langfristig in den Curricula verankern will.

Dabei spielen Instrumente der Politik eine wichtige Rolle – etwa das Bündnis für nachhaltige Textilien (BnT), vor zwei Jahren ins Leben gerufen. Kann dieser Zusammenschluss von Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft dazu beitragen, die Produktionsbedingungen in Billiglohnländern wie Bangladesch und Pakistan zu verbessern? Dr. Bernhard Felmberg vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt das Textilbündnis am Donnerstag, 13. Oktober, um 16 Uhr vor und diskutiert anschließend von 16:30 bis 18 Uhr mit Katharina Dröge (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Niema Movassat (MdB, DIE LINKE), Dr. Uwe Mazura (Gesamtverband textil + mode) und Tim Zahn (Koordinator zivilgesellschaftlicher Akteure im Textilbündnis) über Herausforderungen und Wirkungsmöglichkeiten des Bündnisses.

„Studierende modebezogener Studiengänge sind die Entscheiderinnen und Entscheider der Bekleidungsbranche von morgen. Sie können die Modeindustrie mit Wissen und Know-how in die eine oder andere, richtige oder falsche, Richtung lenken“, sagt Dr. Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von FEMNET. Aber in deutschen Modestudiengängen fehlten verpflichtende Module über eine sozial nachhaltige, menschenwürdige Produktion. Studierende erwarteten zurecht, dass sich Verteter_innen aus Politik und Wirtschaft dazu positionieren und für eine faire Produktion einsetzen.

Das Projekt FairSchnitt kooperiert bereits seit fünf Jahren erfolgreich mit Hochschulen: Speziell ausgebildete Multiplikatorinnen geben Workshops und behandeln dabei Themen wie „Einkaufspraxis großer Unternehmen“, „Frauenrechte und -diskriminierung in Asien und Osteuropa“ oder „Konsumverhalten und Altkleider“. Das Projekt wird gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen und Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Weiterführende Informationen:
http://www.fairschnitt.org/index.php/angebote/konferenzen/konferenz-2016
http://modefairarbeiten.de/fair-fashion-im-hoersaal-wissen-vermitteln-und-zum-handeln-ermutigen-das-projekt-fairschnitt/

Quelle: Pressemitteilung FEMNET, 29.09.2016