Stadt Bonn: Stadt will Elektroautos fördern

Elektroautos mit E-Kennzeichen sollen künftig auf städtischen Parkplätzen in Bonn kostenfrei parken dürfen. Das schlägt die Stadtverwaltung in einer Beschlussvorlage zur Umsetzung des Elektromobilitätsgesetzes vor. Außerdem sollen Parkplätze an Ladesäulen für E-Autos eingerichtet und die Ladeinfrastruktur in Abstimmung mit den Stadtwerken Bonn weiter ausgebaut werden. Über den Vorschlag beraten Umwelt- und Planungsausschuss sowie die Bezirksvertretungen. Eine Entscheidung soll der Rat in seiner Septembersitzung fällen.

Das im vergangenen Jahr beschlossene Elektromobilitätsgesetz erlaubt es, Elektrofahrzeuge mit E-Kennzeichen im Straßenverkehr zu bevorzugen. Ziel des Gesetzes ist es, die Lärm- und Abgasbelastung in den Städten zu verringern und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Ein E-Kennzeichen erhalten Fahrzeuge, die ausschließlich elektrisch, mit Wasserstoff, Ethanol oder Methanol betrieben werden. Dies gilt auch für Hybridautos, wenn sie von außen aufladbar sind und nicht mehr als 50 Gramm CO2 pro 100 Kilometer ausstoßen oder ihre Reichweite rein elektrisch mindestens 40 Kilometer (bis Ende 2017: 30 Kilometer) beträgt.

Das Gesetz ist bis Ende 2026 befristet. Nach der Hälfte der Zeit – 2021 – soll überprüft werden, wie sich die Elektromobilität in Bonn entwickelt hat und ob weitere Maßnahmen erforderlich sind. Aktuell sind in Bonn 72 Pkw, 6 Kräder und 603 Lkw als rein elektrisch betriebene Kfz zugelassen. Bei den Lkw handelt es sich allerdings fast ausschließlich um solche im Fuhrpark der Deutschen Post, wovon nur etwa 150 in Bonn eingesetzt sind. 687 weitere Fahrzeuge in Bonn erfüllen die Voraussetzungen für ein E-Kennzeichen. Insgesamt könnten also 1368 Fahrzeuge die vorgeschlagenen Sonderrechte in Anspruch nehmen. Zum Vergleich: Insgesamt sind derzeit in Bonn ca. 155.000 Kraftfahrzeuge zugelassen.

Bonn engagiert sich seit 2011 für die Elektromobilität Die Förderung der Elektromobilität ist Bestandteil der städtischen Klimaschutzaktivitäten. Stadt Bonn und Rhein-Sieg-Kreis haben mit fünf regionalen Energieversorgungsunternehmen die Arbeitsplattform “eStart” gegründet. Ziel ist es, die Ladeinfrastruktur koordiniert und “grünen Strom” durch regionale regenerative Stromerzeugungsanlagen auszubauen sowie die Öffentlichkeit über die Vorteile und Chancen der E-Mobilität zu informieren. Seit 2013 findet dazu der “Tag der Elektromobilität” in Bonn statt. In diesem Jahr wird am Samstag, 25. Juni, auf dem Münsterplatz wieder E-Mobilität zum Anfassen und Ausprobieren angeboten.

In Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis sind derzeit insgesamt 38 Ladesäulen für Elektrofahrzeuge installiert. Fünf weitere sind in Planung. SWB Energie und Wasser betreibt im Bonner Stadtgebiet sechs E-Ladestationen. In diesem Jahr wollen die SWB in Abstimmung mit der Stadt Bonn erste Ladesäulen im öffentlichen Raum aufstellen. Weitere sollen folgen, da die Stadtwerke die Entwicklung des Marktes für E-Fahrzeuge langfristig positiv sehen und sich entsprechend darin positionieren wollen.

Seit 2011 wurden von den Energieversorgern acht Stromproduktionsanlagen aus regenerativen Quellen in der Region fertiggestellt, drei weitere befinden sich in Bau bzw. Planung. Sie erzeugen schon jetzt jährlich rund 710 000 Kilowattstunden Strom. Nach Fertigstellung werden es insgesamt 820 000 Kilowattstunden sein.

Im Fuhrpark der Stadtverwaltung (650 Fahrzeuge insgesamt) gibt es aktuell drei kleine Lkw (Pritschen und Kastenwagen bis 2,8 Tonnen) mit reinem Elektroantrieb. Außerdem ist der Dienstwagen des Oberbürgermeisters ein Hybridauto mit E-Kennzeichen. Die Stadt plant, in den Jahren 2016 und 2017 weitere Elektrofahrzeuge anzuschaffen.

Quelle: Stadt Bonn, 13.06.2016