Bonner General-Anzeiger: “Der beste Motivator für Klimaschutz ist der Eigennutz”

Christiana Figueres ist zuversichtlich, dass die Welt mit dem Abkommen von Paris beim Klimaschutz auf dem richtigen Weg ist. Mit der Chefin des Sekretariates der UN-Klimarahmenkonvention, deren Mandat Anfang Juli ausläuft, sprach Cem Akalin.

Frau Figueres, Sie sind die vierte Exekutivsekretärin der UN-Klimakonvention in Bonn und die populärste. Ich denke, man hat die UN in Bonn zuvor niemals so mit einem Namen und einer Person verbunden wie mit Ihrem. Haben Sie eine Erklärung?

Christiana Figueres: Das Sekretariat der UN-Klimarahmenkonvention ist in der Tat mittlerweile weltweit bekannt. Das hat weniger mit mir als Einzelperson zu tun, als mit der gestiegenen Wichtigkeit des Themas Klimaschutz in der öffentlichen Wahrnehmung und in der weltweiten Berichtserstattung.

Vor allem über die UN-Klimakonferenz in Paris im vergangenen Jahr…

Figueres: Mit der globalen Klimaschutzvereinbarung in Paris haben wir einen historischen Erfolg zu verbuchen. Diese Vereinbarung konnte nur erfolgreich sein, weil die gesamte Gesellschaft dahinter stand und die Regierungen dieser Welt ermutigt hat, die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Mit vorne dabei waren vor allem Regionen, Städte, Wirtschaftsverbände und Investoren. Wir hatten also die nötige Unterstützung, und diese Unterstützung muss jetzt nicht nur anhalten, sondern deutlich verstärkt werden, damit die Ziele der Pariser Vereinbarung erreicht werden können.

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Interviewer: Cem Akalin, 11.06.2016