BfN: Grenzübergreifender Artenschutz

Die Lebensräume des Goldenen Scheckenfalters an der Landesgrenze von Bayern und Sachsen sowie an der Grenze zur Tschechischen Republik zu verbessern, zu erweitern und miteinander zu verbinden, ist das Ziel des “Scheckenfalter-Projektes”. Am heutigen Donnerstag wurde der Förderbescheid des Bundes auf einer Projektfläche im Landkreis Hof an die Projektträger übergeben. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt mit insgesamt 860.000 Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet das Projekt fachlich.

Der Goldene Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) ist in Bayern und ganz Deutschland stark gefährdet, in Sachsen sogar vom Aussterben bedroht. Da in Deutschland die weltweit noch größten Bestände dieser Falterart vorkommen, zählt der Goldene Scheckenfalter zu den Arten, für die Deutschland international eine besondere Verantwortung trägt. “Das Projekt ist ein Vorzeigeprojekt – und das in mehrfacher Hinsicht”, erklärt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. “Es vereint Artenschutz für den Goldenen Scheckenfalter und den Gewöhnlichen Teufelsabbiß (Succisa pratensis), die Hauptfutterpflanze für die Raupen. Gemäß der Maxime ‘Kein Artenschutz ohne Schutz der Lebensräume’ verbindet es aber auch Biotopschutz und Grünlandschutz und das in einem ganz besonderen Bereich, nämlich am Grünen Band, dem größten nationalen Biotopverbund. Besonders bemerkenswert und besonders wichtig – auch für das Erreichen der Projektziele – ist zudem die grenzübergreifende Zusammenarbeit mit dem tschechischen Naturschutz von ehrenamtlicher und behördlicher Seite.”

Durch Flächensicherung und Pflegemaßnahmen wie Entbuschung, Mahd, Vermehrung der Raupenfutterpflanze und Anlegen von Blühstreifen stärkt das Projekt nicht nur den Goldenen Scheckenfalter, sondern auch bundesweit gefährdete Biotoptypen wie verschiedene Feucht- und Nasswiesentypen, Borstgrasrasen und mageres Frischgrünland. Davon profitieren wiederum zahlreiche weitere seltene oder gefährdete Tier- und Pflanzenarten, darunter beispielsweise auch die Arnika als eine weitere Verantwortungsart. Zudem baut das Projekt durch den hohen Flächenanteil an Naturschutzgroßprojekten und FFH-Gebieten einerseits auf bestehenden Erkenntnissen auf. Andererseits können neue Erkenntnisse aus dem Projekt wichtige Impulse auch für die weitere Entwicklung des Grünen Bandes geben.

Quelle: Pressemitteilung BfN, 23.06.2016