BEA: Beratungen sparen jährlich 310 Tonnen klimaschädliches CO2 und 100.000 Euro Energiekosten ein

Seit 2012 berät die Bonner Energie Agentur (BEA) Menschen in der Region neutral und unabhängig zu allen Maßnahmen des energiesparenden Bauens und Sanierens in einer eigenen Geschäftsstelle. Nun wurde durch eine wissenschaftlich abgesicherte Kundenumfrage eine erste Bilanz gezogen. Das Ergebnis: Die Kunden der BEA bewerten die Beratungsangebote fast ausschließlich mit sehr gut oder gut. Und auch die Ergebnisse können sich mehr als nur sehen lassen: Allein durch die Beratungen der BEA im Jahr 2013 konnten in der Folge jährlich 100.000 Euro Energiekosten und 310 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid eingespart werden. Zudem profitiert die regionale Wirtschaft von den praxisnahen Beratungseffekten.

Die zentrale Aufgabe der BEA besteht in einer fachkompetenten, neutralen und unabhängigen Beratung durch Architektinnen und Ingenieure. Von 2012 bis 2015 beriet sie 3.428 Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngebäuden und Wohnungen zu allen Fragen der energetischen Gebäudesanierung und zum Einsatz von erneuerbaren Energien. Die Beratung erfolgte persönlich in der Geschäftsstelle, per Telefon oder per E-Mail, auf Infotagen und Messen. An erster Stelle standen dabei die Fragen: Welche Schritte sind für den jeweiligen Ratsuchenden sinnvoll und wie kommt man zu zukunftsfähigen Entscheidungen, mit denen man auch in zehn Jahren noch zufrieden ist?

Nach drei Jahren Beratungstätigkeit in der Geschäftsstelle wurde die Prognos AG damit beauftragt, die Kundenzufriedenheit mit den Beratungsgesprächen selbst sowie die praktischen Ergebnisse dieser Beratungen (Beratungseffekte), die Kosten- und Energieeinsparungen für die Kunden, zu ermitteln. Die Evaluationsergebnisse liegen jetzt vor und bestätigen sämtliche ursprünglichen Erwartungen an die BEA: Die Kundenzufriedenheit ist überdurchschnittlich hoch, vor allem auch, weil mit den empfohlenen Maßnahmen konkret Energieverbräuche und -kosten eingespart werden. Insgesamt kommen die Gutachter zu dem Schluss, „dass das Beratungsangebot eine Lücke in der bestehenden Beratungslandschaft füllt, zielgenau energetische Sanierer erreicht und langwirkende klimarelevante Entscheidungen herstellerunabhängig und aus Sicht der Kunden sehr zufriedenstellend beeinflusst.“

BEA-Geschäftsführerin Celia Schütze freut sich: „Das ist ein Ergebnis, das unsere engagierte Arbeit bestätigt und auf dem wir aufbauen wollen. Allen, die dieses erfolgreiche Resultat möglich gemacht haben, zur Gründung der BEA beigetragen haben und bis heute ihren Betrieb garantieren, gebührt großer Dank!“

Die Ergebnisse im Detail

Von 229 persönlich Beratenen im Jahr 2013 konnten 55 Kunden befragt werden. Zur Messung der Kundenzufriedenheit sollten die Befragten verschiedene Aspekte der Beratung mit einer Schulnote bewerten und angeben, wie viel Energie und Kosten sie mit der Umsetzung der von der BEA empfohlenen Maßnahmen sparen konnten. Hier einige der wichtigsten Ergebnisse:

  • Besonders gut bewertet wurde die Hersteller- und Produktunabhängigkeit.

  • 18 Prozent der Befragten haben nach der Beratung Fördermittel in Anspruch genommen.

  • Jährlich werden 1,4 Millionen Kilowattstunden (kWh) Energie, 310 Tonnen CO2 (Kohlendioxid) bzw. 100.000 Euro Energiekosten eingespart. Dabei handelt es sich um Nettoeffekte, die Prognos allein auf die BEA-Beratungsleistung zurückführt

    • 1,4 Millionen Kilowattstunden (kWh) entsprechen zum Beispiel dem Jahresbedarf von 100 Einfamilienhäusern (mit 140 m² Wohnfläche und 100 kWh/m² p.a.).

    • 310 Tonnen CO2 entstehen beispielsweise bei 28.666 Pendlerfahrten mit einem Mittelklasse-Dieselauto von Bonn nach Köln und zurück.

  • Über die Nutzungsdauer der sanierten Bauteile führt das zu einer Einsparung von 28,7 Millionen Kilowattstunden Energie, 5.200 Tonnen CO2 bzw. zwei Millionen Euro Energiekosten.

BEA-Kunden: Wer sind sie, was wollen sie, was machen sie?

Zwei Altersgruppen nehmen die Beratung stärker als andere in Anspruch: zum einen Personen zwischen 45 und 50 Jahren, zum anderen Menschen kurz nach dem Eintritt ins Rentenalter. Über 80 Prozent der Beratenen wohnen in einem Umkreis von zehn Kilometern oder weniger. Beweggründe, eine Beratung zu suchen, waren vor allem die Planung konkreter Sanierungsmaßnahmen und die Suche nach diesbezüglichen Informationen und Ansprechpartnern (73 Prozent der Befragten). Ein weiterer wichtiger Anlass war die Informationssuche zu Förderprogrammen (31 Prozent).

Investitionsimpulse stärken die Regionalwirtschaft

In der Folge einer BEA-Sanierungsberatung haben 38 Prozent der Befragten einen Handwerker beauftragt, 18 Prozent einen Energieberater und 13 Prozent einen Architekten. Allein mit den gut 300 persönlichen Beratungen in der Beratungsstelle im Jahr 2013 wurden somit Investitionen in Höhe von 6,3 Mio. Euro begleitet. Dies wirkte sich positiv auf die Wirtschaft der Region aus.

Welche Maßnahmen wurden von den Kunden nach den Beratungen im Einzelnen eingeleitet? Im Bereich Dämmung wurden am häufigsten Maßnahmen an den Fenstern und Außentüren umgesetzt, gefolgt von Arbeiten an der obersten Geschossdecke. Häufigste Investition in das Heizungssystem war der Tausch des Heizkessels, gefolgt von Maßnahmen an der Wärmeverteilung (Heizungsrohre gedämmt, Pumpentausch, Thermostataustausch).

Hinweise zur Studie

Titel: Prognos AG: Evaluation der Beratungstätigkeit der Bonner Energie Agentur. Konzept, Durchführung und Auswertung (Endbericht), 34 S., Berlin 2015.

Der Auszug der Ergebnisse ist auf der BEA-Website zu finden unter http://www.bonner-energie-agentur.de/wir-ueber-uns/jahresberichte/

Quelle: Mitteilung der BEA vom 24.03.2016