GIZ: Risikoversicherungen gegen klimabedingte Ernteausfälle

Mit dem Klimawandel haben Wetterextreme deutlich zugenommen, Dürren oder Überschwemmungen bedrohen die Ernten in vielen Ländern. Die GIZ arbeitet mit ihren Partnern daran, die betroffenen Landwirte mit Klimarisikoversicherungen gegen ihre Verluste abzusichern.

In der indischen Region Gujarat hat es in den vergangenen Jahren entweder zu viel oder zu wenig geregnet. Die Mangobauern dort stehen vor dem Ruin, weil mehrere Ernten schlecht ausgefallen sind. Vielen Landwirten in Entwicklungs- und Schwellenländern geht es ähnlich: Wenn Naturkatastrophen ihre Ernten zerstören, steigt ihr Risiko zu verarmen. Das gleiche gilt, wenn Marktpreise aus anderen Gründen verfallen.

Risikoversicherungen können helfen, solche Verluste zu kompensieren. Allerdings sind immer noch zu wenige Menschen in der Lage, entsprechende Versicherungen zu bekommen,  weltweit profitieren davon bisher nur 100 Millionen. Bis zum Jahr 2020, das ist das erklärte Ziel der Initiative Klimaversicherung der G7-Staaten InsuResilience, sollen zusätzlich mindestens 400 Millionen Menschen gegen klimabedingte Ernteausfälle oder andere Verluste abgesichert sein.

In Indien arbeitet die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) daran, Versicherungen für Landwirte aufzubauen. Die GIZ und ihre indischen Partner entwickeln in Zusammenarbeit mit indischen Versicherungen, der Agrarindustrie und landwirtschaftlichen Produzentengemeinschaften Modelle zur Absicherung von Bauern und Gemeinden. Ein erstes Ergebnis ist, dass nun 500 Mango- und Weintraubenbauern eine Fläche von 1.000 Hektar gegen Ernteausfälle versichern können.

Neben den Landwirten können sich auch Staaten gegen Naturkatastrophen versichern, um im Notfall schnell über finanzielle Mittel zur Katastrophenversorgung zu verfügen. Etwa 70% des weltweiten wirtschaftlichen Gesamtschadens, der in den vergangenen Jahren durch Naturkatastrophen ausgelöst wurde, war nicht versichert – eine große Herausforderung für die Finanzstärke eines Staates. Um Regierungen in Asien und Afrika dabei zu unterstützen, klimabedingte Risiken besser zu bewältigen, haben GIZ und Swiss Re im November eine Entwicklungspartnerschaft geschlossen. Sie beraten zum Beispiel, wie politische Rahmenbedingungen zur Bewältigung von Klimarisiken geschaffen werden können. Ziel von Swiss Re und GIZ ist es, sich im Rahmen dieser develoPPP.de Entwicklungspartnerschaft über praktikable Lösungen auszutauschen, um möglichst viele Landwirte und Regierungen vor klimabedingten Risiken zu schützen.

Erfahrungs- und Wissensaustausch stehen auch im Fokus der Veranstaltung „Effektiver Umgang mit Klimarisiken: Die Rolle nationaler Anpassungsplanung und von Klimarisikoversicherungen“ die am Freitag, den 11. Dezember 2015, am Rande der Weltklimakonferenz in Paris stattfindet. Unter anderem bieten die GIZ und die Munich Climate Insurance Initiative sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen praktischen Einblick in die Vorteile von Klimarisikoversicherungen.

Quelle: Mitteilung der GIZ vom 1.12.2015