20 Jahre BICC – Konversionsforschung für eine friedlichere Welt

Das Internationale Konversionszentrum Bonn (BICC) beging am Mittwoch, 2. April, sein 20. Gründungsjubiläum. Es zählt zu den führenden Friedens- und Konfliktforschungsinstituten Deutschlands und wurde 1994 auf Initiative des damaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan und des damaligen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Johannes Rau in Bonn gegründet.

Seit seiner Gründung als gemeinnützige GmbH vor 20 Jahren, die mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen erfolgte, wird das BICC vom Land gefördert. “Das BICC hat sich in den letzten 20 Jahren zu einer der führenden Adressen der Friedens- und Konfliktforschung Deutschlands entwickelt, seine Erkenntnisse sind national wie international gefragt”, unterstreicht Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, die bedeutende Rolle des Instituts. “Es steht für anwendungsorientierte, interdisziplinäre Forschung auf hohem akademischem Niveau und ist eine wertvolle Bereicherung für die Forschungslandschaft Nordrhein-Westfalens”, betont die Ministerin. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier gratulierte dem BICC zu seiner bisherigen erfolgreichen Arbeit: “Das Bonn International Center for Conversion leistet seit Jahren hervorragende Arbeit in Bereichen wie zivile Krisenprävention, Abrüstung und Wiedereingliederung. Mit seiner Expertise ist das BICC für das Auswärtige Amt ein wichtiger Partner.” Neben Hans Blix, ehemaliger Direktor der Internationalen Atomenergie-Organisation und ehemaliger Chef der UN-Rüstungskontrollkommission, und Prof. Jakob Rhyner, Direktor United Nations University, beglückwünschte auch der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch das BICC zum 20. Gründungsjubiläum.

Nach dem Ende des Kalten Krieges, zur Zeit der Gründung des BICC, spielte Konversion eine große Rolle. Insbesondere die Umwidmung von militärischen Ressourcen für eine zivile Nutzung stellte ein wichtiges Thema dar. Heute will das BICC ein neues Verständnis von Konversionsforschung in der Friedens- und Konfliktforschung etablieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse organisierter Gewalt. Das Institut beschäftigt sich aktuell etwa damit, was unter “neuen Kriegen” zu verstehen ist, welche Lehren aus den militärischen Interventionen, etwa in Afghanistan, gezogen werden müssen und wie eine verantwortungsvolle deutsche Rüstungsexportpolitik aussehen muss. Dabei forscht das BICC kritisch, problem- und vor allem auch anwendungsorientiert. Dieser Praxisbezug spiegelt sich in Politikberatung sowie in technischer Beratung für Kapazitätenentwicklung wieder. Mit dem Globalen Militarisierungsindex (GMI) stellt das BICC der Politik ein einzigartiges Instrument zur Verfügung, um Rüstungsexportentscheidungen zu überprüfen. Im Sudan und im Südsudan etwa stehen BICC-Mitarbeiter den Regierungen technisch bei Fragen der Demobilisierung und Kleinwaffenkontrolle zu Seite. Der Global “Go-To Think Tanks” Report der University of Pennsylvania 2013 zählt das BICC in zwei Kategorien zu den führenden Think Tanks weltweit.

Am 27. und 28. Oktober wird das BICC aus Anlass seines Gründungsjubiläums die internationale wissenschaftliche Konferenz “Probleme organisierter Gewalt: Neue Forschung und Konversionspotenziale” in Bonn durchführen. Weitere Informationen zur Arbeit des BICC finden sich unter www.bicc.de.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Bonn vom 02.04.2014