KLJB fordert: Kein Genmais in Deutschland!

Am Dienstag, 11.2., haben die EU Minister und Ministerinnen den Weg für die Zulassung der Genmais-Sorte TC 1507 frei gemacht. Deutschland hatte sich bei der Abstimmung im EU Parlament enthalten. Zwar hätte auch ein deutsches „Ja“ die Einführung des Genmais nicht verhindert – es ist aber unklar, wie andere Staaten bei einer klaren Positionierung Deutschlands abgestimmt hätten. Hunderttausende Deutsche hatten sich zuvor klar für ein „Nein“ von der Bundesregierung eingesetzt, doch diese stellt sich gegen die BürgerInnen.

Angela Merkel fährt mit der CDU einen Pro-Gentechnik-Kurs, CSU und SPD sind aktuell dagegen. Auch Bundeslandwirtschaftsminister Friedrich ist gegen eine Zulassung; er setzt sich zwar nicht gegen die Kanzlerin durch, sucht aber zumindest nach Möglichkeiten, den Anbau in einzelnen Bundesländern zu verbieten. Die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands e.V. (KLJB) unterstützt Friedrichs Bemühungen und verlangt von der Bundesregierung und den Bundesländern, den Anbau in ganz Deutschland zu verbieten. Bereits vergangenen Freitag hat sich die KLJB in einem Brief an die Bundesregierung gewandt und ein deutsches „Nein“ in der Abstimmung gefordert. Die KLJB sieht im Anbau der neuen Genmaissorte nicht kalkulierbare Risiken, die durch eventuelle Vorteile nicht gerechtfertigt werden.

Bundesvorsitzende Karin Silbe erklärt: „Die globale Ernährungskrise findet vor allem in ländlichen Räumen statt und ist im Wesentlichen bedingt durch das teils verloren gegangene Wissen um den Anbau von Nahrungsmitteln sowie einen mangelnden Zugang zu fruchtbaren Böden. Gentechnisch veränderte Organismen helfen hier nicht. Im Gegenteil – sie fördern die Abhängigkeit der Bäuerinnen und Bauern von wenigen mächtigen Großkonzernen! Statt LandwirtInnen weltweit in Abhängigkeit zu treiben, müssen wir ihnen Perspektiven aufzeigen, besonders auf regional orientierte Sortenvielfalt setzen sowie sie beim Aufbau gesicherter regionaler Wirtschaftskreisläufe unterstützen.“

Der Genmais 1507 ist ein sogenannter Bt-Mais. Er bildet ein Insektizid zur Abwehr von Schad-Schmetterlingen und ist darüber hinaus gegen Herbizide mit dem Wirkstoff Glufosinat resistent. In Deutschland dürfen diese Unkrautvernichtungsmittel seit wenigen Monaten nicht mehr angewendet werden, was diese genetische Veränderung völlig überflüssig macht. ExpertInnen befürchten, der Genmais könne zur Todesfalle für geschützte Schmetterlinge werden, da das Gift in seinen Pollen sehr hoch konzentriert vorkommt. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass Schädlinge innerhalb weniger Jahre gegen das Gift resistent werden, wie bereits in Puerto Rico beobachtet. All diese Punkte will die Bundesregierung bislang nicht wahrhaben.

Die KLJB hat bereits 2006 ein Positionspapier zum Thema Gentechnik veröffentlicht. Dieses kann an der Bundesstelle bestellt oder unter http://kljb.org/positionspapiere heruntergeladen werden.

Die KLJB (Katholische Landjugendbewegung Deutschlands) ist ein Jugendverband mit bundesweit rund 70.000 Mitgliedern. Sie vertritt die Interessen Jugendlicher im ländlichen Raum und engagiert sich für eine aktive und lebendige Kirche. Als engagierte Christinnen und Christen gestalten Jugendliche in der KLJB die Zukunft der Gesellschaft mit und setzen sich für eine gerechte und zukunftsfähige Welt ein. Im Rahmen der MIJARC (Mouvement International de la Jeunesse Agricole et Rurale Catholique) setzt sich die KLJB auch weltweit für Solidarität und eine nachhaltige ländliche Entwicklung ein.

Quelle: Pressemitteilung vom 13.02.2014