BMELV: Bundeslandwirtschaftsministerium startet neues FAO-Projekt

(c) Robert S Donovan
(c) Robert S Donovan

Mehr als 840 Millionen Menschen weltweit hungern. Weitere zwei Milliarden Menschen leiden an Mangelernährung, weil ihnen wichtige Vitamine und Mineralstoffe fehlen. Neben ausreichender Nahrungsmittelproduktion muss zur Sicherung der Ernährung weltweit auch der Umgang mit Lebensmitteln in das Zentrum nationaler Politiken gestellt werden. Das fängt zum Beispiel bei Transport und Lagerung an, geht über die Weiterverarbeitung der Rohstoffe, Hygienestandards bis hin zu Wissen und Bildung über eine gesunde Ernährung.

Mit einem neuen Projekt bei der UN-Welternährungsorganisation (FAO) will das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) Best Practice-Beispiele aus verschiedenen asiatischen und afrikanischen Ländern identifizieren, bei denen Ernährungsfragen umfassend in der Politikgestaltung berücksichtigt werden. Ziel des Projektes ist es, übertragbare Strategien für die Gestaltung übergreifender ernährungsbewusster Politikansätze zu erarbeiten.

Anlässlich des Welternährungstages betonte der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Robert Kloos: “Ernährungssicherung weltweit heißt nicht nur genügend landwirtschaftlich zu produzieren. Genauso wichtig ist der richtige Umgang mit Rohstoffen und Lebensmitteln. Das setzt zum Beispiel auch den Zugang zu sauberem Wasser und einer adäquaten Sanitär- und Gesundheitsversorgung voraus. Gesunde Menschen brauchen eine gesunde und zuverlässige Nahrungsmittelproduktion vom Acker bis auf den Teller. Hier fehlt es leider häufig an sektorübergreifenden Ansätzen, die neben der Landwirtschaft auch die weitere Verarbeitung und das Wissen über eine ausgewogene Ernährung berücksichtigen.”

Wirtschaftliches Wachstum in Entwicklungs- und Schwellenländern allein führe weder zu ausreichend Lebensmitteln, noch zu einer gesund ernährten Bevölkerung, so Kloos. Für eine gesunde Entwicklung müssen Kinder schon im Mutterleib sowie als Kleinkinder ausgewogen ernährt werden. Gerade für die körperliche und geistige Entwicklung ist Mangelernährung in frühkindlichem Stadium fatal, da diese Defizite auch im Laufe des Lebens nicht mehr aufgeholt werden können.

In vielen Entwicklungsländern – vor allem in größeren Städten und Ballungsräumen – verändern sich die Ernährungsgewohnheiten der Menschen jedoch rapide. Aufgrund jahrelanger Mangelernährung ist die Gefahr dementsprechend groß, von einer Unterernährung in eine Über- bzw. Fehlernährungssituation zu geraten.

Die Ergebnisse des neuen Projektes sollen in den Arbeiten des Welternährungsausschusses (CFS) berücksichtigt werden. Darüber hinaus sollen sie auch Ausgangspunkt für einen Dialog über ernährungsbewusste Programme in anderen UN-Organisationen sein. Auch im Rahmen der Post- 2015 Agenda für nachhaltige Entwicklung muss gesunde und ausgewogene Ernährung eine viel stärkere Rolle spielen als bisher.

Pressemitteilung