Stadt Bonn: Bonner Konferenzen zum Thema Wüstenbildung

    Mit der Bekämpfung der Wüstenbildung oder auch Desertifikation beschäftigen sich in Bonn vom 9. bis 19. April 2013 gleich drei Konferenzen. Veranstalter ist das Sekretariat des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD), das seinen Sitz in der Bundesstadt Bonn hat.

    Die Vorabberichte der Vereinten Nationen sind alarmierend. Aktuell sind 168 Länder betroffen. Landdegradation sorgt dafür, dass  ganze Landstriche veröden. Sie können nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden, Lebensräume für Tiere und Pflanzen gehen verloren. Die Folgen sind Artensterben, Hunger, Armut und Migration.   Betroffen sind insbesondere die armen Länder des Südens.

    Nach Schätzungen belaufen sich die Kosten der Landdegradation auf drei bis fünf Prozent  des globalen landwirtschaftlichen Bruttoinlandsproduktes. Die Verschlickung von Stauseen und die Versalzung landwirtschaftlich genutzter Flächen schlagen danach mit 18,5 beziehungsweise zwölf Milliarden US-Dollar jährlich zu Buche.

    UNCCD entwickelt seit 1996 Strategien, der Desertifikation entgegenzuwirken. Ein Scheitern hätte, insbesondere vor dem Hintergrund des global stattfindenden Wettbewerbs um knapper werdende Ressourcen angesichts prognostizierten Bevölkerungswachstums, verheerende Auswirkungen.  Die UNCCD hat deshalb einen Ausschuss etabliert, der in regelmäßigen Abständen den Stand der Umsetzung des Übereinkommens überprüft. Vom 15. bis 19. April wird Climate Chance Policy and Practice (kurz: „CRIC“) in Bonn zum elften Mal tagen.

    OB Nimptsch wird die Delegierten begrüßen und den thematischen Bogen zu Akteuren und Veranstaltungen in Bonn spannen, die sich mit Wüstenbildung und verwandten Themenstellungen befassen. Ein Beispiel dafür ist die im Juni stattfindende Konferenz „The Economics of Land Degradation“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Bonner Perspektiven“.  „Wüstenbildung und Landdegradation gefährden die Zukunft weiter Landstriche und die Ernährungssicherheit der Menschen in ländlicher Umgebung ebenso wie in den Städten. Deshalb ist die Bekämpfung der Wüstenbildung ein wesentliches Entwicklungsthema, das in Bonn Sektor übergreifend bearbeitet wird.“

    Bereits vor Beginn der CRIC 11 tagt der Ausschuss für Wissenschaft und Technologie (CST S-3), ein wissenschaftliches Gremium, das Messmethoden, um die Veränderungen der landwirtschaftlichen Produktivität und der Lebensqualität in Trockengebieten zu bewerten, entwickelt. Thema der unter der Federführung des Global Risk Forum stattfindenden zweiten UNCCD-Wissenschaftskonferenz ist die wirtschaftliche Bewertung der Desertifikation.

    Mit Ausnahme der Side-Events finden alle Veranstaltungen im World Conference Center Bonn (WCCB), Platz der Vereinten Nationen 2, in Bonn statt.

    Hintergrund UNCCD

    Das Übereinkommen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) ist gemeinsam mit der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und der Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) eine der drei großen Umweltkonventionen, die nach der Rio-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 etabliert wurden. Das UNCCD ist seit 1996 in Kraft und hat, ebenso wie UNFCCC, seinen Sitz in Bonn. CBD als dritte Rio-Konvention tagte 2008 in Bonn.

    Ziel  von UNCCD ist die Eindämmung der Ausbreitung der unfruchtbaren Trockengebiete, die heute 30 Prozent der Landfläche der Welt erobert haben und damit der Kampf gegen Bodenverschlechterung mit ihren soziopolitischen und biologischen Folgen. Die Ursachen sind unter anderem Erosion, Überweidung und Zerstörung der Wälder. Weitere Informationen im Internet unter  www.unccd.int.

    Pressemitteilung