Welthungerhilfe: Brennpunkt Nr. 28 "Erst der Teller, dann der Tank!"

Biokraftstoffziele müssen neu definiert werden. Deutsche, europäische und auch US-amerikanische Energieziele dürfen keinesfalls dazu führen, dass durch zunehmende Biokraftstoffnachfrage das Menschenrecht auf Nahrung in Entwicklungsländern beeinträchtigt wird.

Schon während der Nahrungsmittelpreiskrise 2008 war die Biokraftstoffpolitik der Industrienationen sowohl von Nichtregierungsorganisationen als auch von wissenschaftlicher Seite kritisiert worden: Die überzogenen Biokraftstoffziele hatten erheblich zur Verknappung von Agrargütern und dadurch zur Explosion der Lebensmittelpreise beigetragen. Die Zahl der Hungernden war in kürzester Zeit von unter 850 Millionen auf über eine Milliarde Menschen gestiegen. Schon damals hatte die Welthungerhilfe ein Moratorium für die Biokraftstoffbeimischung gefordert. 2012 droht durch massive Ernteausfälle ein ähnliches Szenario. Angesichts der prekären globalen Ernährungslage ist ein sofortiger Stopp für den Ausbau aller Biokraftstoffe (Biosprit und Biodiesel) notwendig. Zusätzlich müssen energetische Strategien, die auf Biomasseimporten basieren, hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit neu bewertet und Bioenergieziele dementsprechend angepasst werden.

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