Stadt Bonn: Im Dialog mit Unternehmen und Beschäftigten für nachhaltigere Mobilität – Domino-Effekt erwünscht

„Betriebe lösen Verkehrsprobleme“ ist ein Verbundprojekt im Rahmen des Wissenschaftsjahres Zukunftsprojekt Erde. Unter wissenschaftlicher Leitung des renommierten Verkehrswissenschaftlers Professor Heiner Monheim beteiligen sich sowohl die Universität Bonn als auch die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Weitere Partner sind die Stadtwerke Bonn Verkehr sowie Energie und Wasser und das in Bonn ansässige internationale Städtenetzwerk für Nachhaltigkeit ICLEI. Bis März 2013 sollen in ausgewählten Betrieben und Einrichtungen in einem moderierten Diskussionsprozess gemeinsam mit den Beteiligten neue Modelle der betrieblichen, umweltfreundlichen Mobilität entwickelt werden.

„Im Rahmen der ‚ZukunftsWerkStadt’ haben wir die Chance, Nachhaltigkeitsprojekte gemeinsam mit der Wissenschaft und wichtigen Zielgruppen in unseren Städten in Angriff zu nehmen“, sagte Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, der die Informations- und Dialogveranstaltung mit einem Grußwort eröffnete. In Bonn gebe es viele Ansätze und Modelle, aber noch keinen wirklichen Durchbruch. Dabei sei inzwischen erwiesen, dass eine nachhaltigere Verkehrsmittelwahl sich im Unternehmen durchaus positiv auswirken könne, zum Beispiel auf die Gesundheit und Motivation von Beschäftigten. „Und das ist ein echter Gewinn für jeden Arbeitgeber“, motivierte der Oberbürgermeister.

200 Bonner Betriebe und Institutionen haben nun die Möglichkeit, im Dialog mit der Stadt Bonn ihre Mobilitätsbedarfe und -entscheidungen gemeinsam mit ihren Beschäftigten auf den Prüfstand zu stellen. 20 von ihnen werden dabei wissenschaftlich begleitet. Die Stadt Bonn und die beteiligten Partner erhoffen sich einen „Domino-Effekt“ dadurch, dass die Ergebnisse und Erfahrungen von Betrieb zu Betrieb weiter getragen werden und so das Thema nachhaltiges Mobilitätsmanagement fest in den Unternehmensstrukturen verankert werden kann.

„Betriebliches Mobilitätsmanagement gibt es schon lange. Aber bislang sind es meist nur einzelne, besonders motivierte Betriebe, die durch intelligente innerbetriebliche Maßnahmen mit der Belegschaft, dem Fuhrpark und den Kunden einen Beitrag zur Lösung von Mobilitäts- und Standortproblemen leisten. Das Bonner Modellprojekt spricht erstmals eine breite Basis von Betrieben und Branchen in einer Stadt an – ein Potenzial, das eine erhebliche Entlastung im Straßenbereich bewirken und Vorbild für viele andere Städte und Regionen werden kann“, so Professor Heiner Monheim.

Diese Lösungen sollen sich für die Beteiligten lohnen. So zog Professor Klein von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg aus der Verkehrsentscheidung von Unternehmen und Beschäftigten auch Schlüsse auf Arbeitsmotivation und Gesundheitseffekte. Sein Kollege Professor Wiegandt vom geographischen Institut der Universität Bonn untersucht die Hintergründe von Mobilitätsentscheidungen in einer Befragung von Unternehmensleitungen und Beschäftigten. Monika Zimmermann von ICLEI Local Governments for Sustainability berichtete von Entwicklungen in Städten im Ausland und stellte die Frage, wie bestehende Systeme miteinander verbunden werden könnten. Überlegungen dazu sind auch in Bonn bereits konkret: mit dem kürzlich in Leben gerufenen Starthilfekonzept e-Mobilität und den Pilotprojekten zur lückenlosen Wegekette, die Anja Wenmakers, Vertriebsleiterin der Stadtwerke Bonn Verkehr, vorstellte. Dezernent  Werner Wingenfeld brachte seine Sicht als Stadtbaurat zu Chancen und Grenzen des nachhaltigen Mobilitätsmanagements in die Diskussion ein.

„Die ‘ZukunftsWerkStadt’ gibt uns die Chance, in einem sehr offenen Prozess, Mobilität neu zu denken, und ich hoffe, dass sich aus unserem Projekt auch Schlüsse darauf ableiten lassen, mit welchen Instrumentarien Städte, Betriebe und Institutionen künftig eine nachhaltigere Mobilität gemeinsam fördern oder gestalten könnten“, formulierte OB Nimptsch seine Erwartungen an das Projekt.

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