Welthungerhilfe: Die Toilette ist der Held des Tages

    Was macht Thilo Panzerbieter, der Chef der German Toilet Organization, mit einer goldenen Toilette auf einer hochrangigen internationalen Konferenz? Er setzt sich auf den goldenen Thron, um den Politikern aus der ganzen Welt zu zeigen, wie wichtig die Toilette für die Entwicklung der Menschen und unsere Umwelt ist.

    Gemeinsam mit dem WASH-Netzwerk will die German Toilet Organization auf der Bonner Nexus-Konferenz dafür sorgen, dass die oft vernachlässigten Themen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene einen Platz auf der Agenda des RIO+20 Gipfels im nächsten Jahr haben.

    Im frisch gegründeten WASH-Netzwerk haben sich 18 deutsche Hilfsorganisationen zusammengeschlossen, um gemeinsam für das Recht der Menschen auf Wasser, Sanitärversorgung und ein Leben unter hygienischen Bedingungen zu kämpfen.

    Der Nexus

    Wasser, Energie und Ernährungssicherheit – am Fortschritt in diesen drei Bereichen hängt das Schicksal einer wachsenden Weltbevölkerung. Eine Welt die sich immer knapper werdenden Ressourcen gegenüber gestellt sieht. In Bonn soll ein breites Spektrum von Akteuren aus Regierung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft neue Lösungsansätze finden und Initiativen in Gang bringen, um für alle Menschen einen sicheren Zugang zu Wasser, Energie und Lebensmitteln zu ermöglichen.

    Das Netzwerk bietet in Bonn Lösungen an

    „Nachhaltige Sanitärversorgung hat ein enormes Potential, um den drohenden Problemen einer wachsenden Weltbevölkerung, allen Menschen ausreichend Wasser, Energie und Nahrungsmitteln bereitzustellen, zu begegnen“, so Stephan Simon von der Welthungerhilfe und Mitglied des WASH-Netzwerks.

    Wasserressourcen

    Sie helfen Wasserressourcen zu schonen, indem sie ihre Verschmutzung mit krankheitserregenden Keimen unterbinden. Wichtig ist, dass Menschen die vorhandene Nahrung auch aufnehmen können. Dafür müssen sie gesund sein. Allein durch Händewaschen und Toiletten könne ein Großteil der Durchfall- und Wurmerkrankungen verhindert werden.

    Ernährungssicherheit

    Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene hilft dort, wo die Not am größten ist und Nahrung am knappsten. Für Menschen, die ihre Nahrung selbst anbauen, kann die sichere Nutzung von Urin als Dünger und von kompostierten Exkrementen zur Aufwertung der Böden den entscheidenden Effizienzgewinn beim Anbau von Nahrungsmitteln erzeugen.

    Energieeffizienz

    Auch für eine sichere Versorgung der Menschheit mit Energie bietet das Netzwerk Lösungen an. So können bei der Vergärung von den Exkrementen einer Person täglich 22 Liter Biogas erzeugt werden. Noch gewaltiger sind aber die Potentiale Energie zu sparen und dabei das Klima zu schonen. 2200 kg Holz braucht eine Familie ohne Zugang zu sauberem Wasser jährlich, um verschmutztes Wasser zum Trinken abzukochen. Das sind ungefähr 17 Bäume.

    Die Nexus-Konferenz ist als Beitrag der Bundesregierung zum Rio+20 Prozess gedacht, dem nächsten großen Erdgipfel zu Umwelt- und Entwicklungsfragen, der im kommenden Jahr in Rio stattfinden wird.

    Website des WASH-Netzwerks: www.washnet.de
    Mitglieder des WASH-Netzwerks: www.washnet.de/mitglieder