14.09.2011 | OroVerde: Tag der Tropenwälder

Seit 22 Jahren wird am 14.9. auf die Bedrohung der Tropenwälder aufmerksam gemacht. Leider ist es heute nötiger denn je, denn die Vernichtung der tropischen Wälder schreitet noch immer fort.

Die Vernichtung der Tropenwälder hat katastrophale Folgen für die Artenvielfalt und das Weltklima, warnt OroVerde. Alle 2 Sekunden wird eine Tropenwaldfläche in der Größe eines Fußballfeldes vernichtet – und mit ihm der Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten. Rund zwei Drittel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten leben in den Tropenwäldern.

„Wenn die Abholzung der Wälder nicht schnellstmöglich gestoppt wird, nimmt das Artensterben weiterhin seinen Lauf“, so OroVerde Tropenwaldexpertin Dr. Elke Mannigel. „Zudem werden die Tropenwälder als Klimastabilisator zunichte gemacht“. Schon jetzt stammen ca. 17 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen aus der Vernichtung von Wäldern. Besonders schwerwiegend wirkt sich die Abholzung der Torfmoorwälder Indonesiens aus. Sie speichern ein Vielfaches an Kohlenstoff wie eine gleich große Fläche Regenwaldes ohne Torfboden. „Die Zerstörung der Torfmoorwälder ist in Bezug auf den Klimawandel eine tickende Zeitbombe“, so Elke Mannigel.

Hauptursachen der Waldzerstörung sind Rodungen zur Landumwandlung und durch Menschen verursachte Waldbrände. Hinzu kommen bereits erste durch den Klimawandel hervorgerufene Austrocknungen. Doch die Gründe für die Waldzerstörung sind großteils in den Industrienationen zu finden. Es sind die Märkte hier bei uns, die vermehrt nach Biodiesel, Palmöl, Papier, Fleisch oder Soja rufen. Riesige Plantagen auf ehemaligen Regenwaldflächen sollen unseren Hunger nach Rohstoffen sättigen. Auf Kosten des Regenwaldes – und der Bevölkerung vor Ort, der wertvolle Anbauflächen für die Grundernährung verloren gehen.

Auch illegaler Holzeinschlag und Handel mit Holz aus illegalen Quellen ist eine der größten Ursachen für die Zerstörung von Wäldern weltweit. Schätzungen zufolge stammen 70-80 % des aus Brasilien exportierten Holzes aus illegalem Holzeinschlag. Betroffen ist hier v.a. die wertvolle Amazonas-Region. Ähnliche Zahlen erreichen uns jedoch auch aus Indonesien, wo der tropische Regenwald derzeit mit rasanter Geschwindigkeit verschwindet.

Rettung für die Tropenwälder muss von hier aus ausgehen. Derzeit begleitet OroVerde daher die Entwicklung einer EU-Gesetzgebung gegen illegalen Holzeinschlag und treibt Klimaschutzprojekte mit Tropenwaldbezug voran. Aber auch jeder einzelne Bürger kann mit kleinen Taten zum Schutz der tropischen Regenwälder beitragen.

10 kleine Ideen, wie jeder den Tropenwald schützen kann:

  1. Recycle deinen Müll. Trenne ihn so sauber wie möglich, damit die Rohstoffe im Kreislauf bleiben und wieder verwendet werden können. Das gilt für Papier und Plastik genauso wie für alte Handys. Recycle dein altes Handy. Denk daran: Das Coltan, das dein Handy funktionstüchtig macht, wird in den Regenwäldern Afrikas abgebaut. Die dort lebenden Gorillas sind bereits vom Aussterben bedroht. Zudem ist die Nachfrage nach Coltan auch einer der Gründe, warum der blutige Bürgerkrieg im Kongo weiter geht.
  2. Benutze Recyclingpapier. Das gilt für Schulhefte genauso wie für Klopapier, Küchenrollen und Geschenkpapier. Und spare Papier. Benutze beim Schreiben immer beide Seiten. Bedenke: Jeder fünfte gefällt Baum landet in einer Papierfabrik. Der aus Tropenländern importierte Zellstoff stammt überwiegend aus schnellwüchsigen Plantagen (z.B. Eukalyptus) auf ehemaligen Regenwaldflächen. Die FAO geht davon aus, dass 6-7 % des Waldverlustes in den Tropen auf die Anlage von Plantagen zurückzuführen ist.
  3. Iss gesünder und iss weniger Fleisch. Achte auf das Bio-Siegel. Denn: Für den Regenwald ist besonders unser hoher Fleischkonsum schädlich. Aus einem einfachen Grund: Als Zufutter wird unseren Schweinen, Kühen und Geflügel Soja verabreicht. Und dieses stammt zu einem großen Teil aus der Amazonas-Region in Brasilien.
  4. Vermeide Alufolie und Aludosen. Greif lieber zur Brotdose und Pfandflasche. Bauxit, der Grundstoff von Aluminium, stammt z.B. aus riesigen Fördergebieten inmitten der Amazonasregion.
  5. Fahr öfter mit dem Rad und vermeide das Auto. Sowohl die Erdölförderung, z.B. in den Regenwäldern Ecuadors, als auch der Biodiesel-Boom gehen oft zu Lasten der Umwelt und der Bevölkerung ärmerer Länder.
  6. Spare Energie, wo immer du kannst. Heize etwas weniger, nutze die Treppe anstelle des Fahrstuhls und vermeide Produkte mit viel Verpackungsmüll, denn auch dafür wird viel Energie verschwendet.
  7. Vermeide Produkte mit Palmöl. Denk dran: Für die Produktion von Palmöl werden riesige Regenwaldflächen vernichtet. Ob Schokolade oder Pudding: Sieh dir die Liste der Inhaltstoffe an und greife zu palmölfreien Produkten!
  8. “Fairänder” mit Schokolade und Kaffee die Welt. das fairtrade-Siegel steht für gerechte Löhne in den Ursprungsländern. Das verringert den Nutzungsdruck auf die letzten intakten Regenwälder der Erde und die Bauern erhalten einen fairen Preis für ihre Kakao- und Kaffeebohnen.
  9. Achte bei Holzprodukten auf dieses Siegel: FSC. Das FSC-Siegel garantiert, dass das Holz nicht aus illegaler Abholzung stammt. Gib beim Einkauf von Holzprodukten (Dekoartikel, Stühle, …) einheimischen Hölzern aus nachhaltiger Waldwirtschaft den Vorrang.
  10. Pflanz einen Baum. Jeder Baum, den du pflanzt, nimmt im Laufe seines Lebens einige Tonnen CO2 aus der Luft auf – und ist Lebensraum für viele Tiere.

Information