EED: Kein Freiticket für Flug- und Schiffsemissionen

In Bangkok hat die erste Verhandlungsrunde für den nächsten Klimagipfel der Vereinten Nationen begonnen, der im Dezember im südafrikanischen Durban stattfindet. Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) fordert, dass die Flug- und Schiffsemissionen in die Verhandlungen einbezogen werden. „Die Flug- und Schiffsemissionen müssen wieder Gegenstand der Gespräche sein. Es ist keine Lösung diesen zentralen Punkt zu verschieben und auszugrenzen“, sagt Richard Brand, Klimaschutzexperte des EED.

Der Weltklimagipfel im letzten Jahr in Cancún hat Fortschritte gebracht. Für die Bekämpfung der weltweit am schnellsten wachsenden Treibhausgas-Emissionen, die von Flugzeugen und Schiffen ausgestoßen werden, war der Gipfel jedoch ein Rückschritt. „In diesem Bereich war Cancún ein herber Rückschlag. Zwei Wochen lang wurde keine Einigung für eine Regelung erzielt, und am Ende wurde das Verhandlungsthema ganz aus dem Abschlussdokument gestrichen“, so Brand. Dies sei unverantwortlich angesichts der Herausforderungen.

„Es gibt gute Gründe, Flug- und Schiffsemissionen wieder auf die Tagesordnung zu setzen“, sagt Sabine Minninger, EED-Beraterin für Tourismus und Klimawandel und vor Ort in Thailand. Neuer Wind wehe aus Richtung der Klimafinanzierung. Abgaben auf Flug- und Schiffsverkehr würden zunehmend als innovatives Instrument der Finanzierung gesehen. Dies begrüße der EED ausdrücklich. Dennoch: „Es reicht nicht aus, die beiden Sektoren nur zur Finanzmittelgenerierung zu nutzen. Die hochgradig klimagefährlichen Flug- und Schiffsemissionen müssen mit einer klaren Obergrenze gedeckelt werden“, fordert Richard Brand.

Der EED und die EED-Arbeitsstelle „Tourism Watch“ formulieren klare Forderungen an die Verhandlungen in Bangkok:

  • Die Staaten müssen in Bangkok über Flug- und Schiffsemissionen verhandeln.
  • Ziel muss es sein, Emissionen zu reduzieren und Mittel für eine gerechte Klimafinanzierung zu erzielen.
  • Zudem sollten sowohl die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) als auch die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) stärker seitens der Klimakonferenz gefordert werden.

„Es müssen geeignete Lösungen gefunden werden, die sowohl das Klima schützen, als auch zur Klimafinanzierung beitragen. Zudem dürfen sie nicht wettbewerbsverzerrend sein oder die Entwicklungsländer benachteiligen“, betont Sabine Minninger.

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