EED: Atomkatastrophe muss auch für Entwicklungszusammenarbeit Folgen haben

Als Konsequenz aus der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima soll die Bundesregierung einen Kurswechsel in der nationalen und internationalen Energiepolitik vollziehen. Dies fordern der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) und “Brot für die Welt” vor dem Spitzentreffen zur Energiepolitik in Berlin.

Zum  schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien und der systematischen Steigerung der Energieeffizienz gibt es nach Einschätzung der beiden Organisationen keine Alternative. Nur so könne der wachsende Energiebedarf einer steigenden Weltbevölkerung gedeckt werden. Die Atomenergie sei wegen ihrer nicht beherrschbaren Risiken nicht zu verantworten.

Die beiden Entwicklungswerke weisen darauf hin, dass die Atomenergie in dreifacher Hinsicht unbeherrschbare Risiken mit sich bringe: im Uranbergbau, im Kraftwerksbetrieb und in der Endlagerung. Deshalb sei diese Form der Energie grundsätzlich abzulehnen. Auch Kohle- und Ölkraftwerke stellen aufgrund ihrer extrem klimaschädlichen Emissionen und der häufig problematischen Förderung bei Öl keine langfristige Alternative dar. Für Deutschland fordern die Organisationen ein Genehmigungsverbot für neue Kohlekraftwerke. Auch in der Entwicklungszusammenarbeit halten sie einen Verzicht auf die Förderung des Baus entsprechender Kraftwerke für notwendig.

“Die Menschheit bedient sich einer Technik, die sie nicht beherrscht”, betont Rudolf Ficker, Vorstand des Evangelischen Entwicklungsdienstes in Bonn. “Wir fordern daher die Bundesregierung auf, national und international einen schnellen Übergang zu erneuerbaren Energien zu initiieren”, sagt er. “Die Länder des Südens brauchen Energietechnik für eine sichere und umweltfreundliche Zukunft, nicht Exportsubventionen für Atom- und Kohlekraftwerke”, so Ficker weiter.

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