02.02.2011 | BfN: Weltfeuchtgebietstag

Angesichts des weltweiten Feuchtgebietstags weist das Bundesamt für Naturschutz auf den bedenklichen Zustand vieler Feuchtgebiete gerade auch in Deutschland hin: Die ursprünglich vorhandenen Moore sind zu 95 % entwässert, abgetorft oder land- oder forstwirtschaftlich genutzt. Von der verbliebenen Fläche unserer Flussauen sind nur noch zehn Prozent in einem naturnahen Zustand, in dem sie ihre Funktionen erfüllen können.

Und dies obwohl Feuchtgebiete nicht nur wahre Schatzkammern der Natur sind mit zahlreichen Tier- und Pflanzenarten, sondern wesentliche Dienstleistungen für uns Menschen zur Verfügung stellen: In den Mooren sind gewaltige Kohlenstoffmengen gespeichert. Sie bilden, bleiben die Moore intakt, eine sogenannte Kohlenstoffsenke und tragen nicht zum globalen Treibhauseffekt bei, – man geht davon aus, dass in den Mooren 20-25 % der weltweiten Kohlenstoffvorräte gespeichert sind. Naturbelassene Auen leisten über ihre Filterwirkung einen wesentlichen Beitrag zur Selbstreinigung von Gewässern, der sonst vielfach über Kläranlagen erbracht werden müsste, sie lassen unseren Flüssen mehr Raum, so dass Hochwasserspitzen gedämpft werden und dadurch Siedlungen weniger gefährdet sind. Die große ökologische wie auch wirtschaftliche Bedeutung von Feuchtgebieten kann daher kaum überschätzt werden.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) wirbt deswegen auch für Ramsar-Gebiete in Deutschland. Das sind Feuchtgebiete, die nach den Kriterien der internationalen Ramsar-Konvention geschützt sowie mit einem Prädikat ausgezeichnet werden. „Deutschland hat ein grosses Potential mit seinen Juwelen bei den Feuchtgebieten zu werben und weitere wertvolle Feuchtgebiete mit dem Prädikat auszuzeichnen. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn wir in Deutschland das 40 jährige Bestehen der RAMSAR Konvention als Impuls hierzu nutzen“ sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel bei einem Pressegespräch in Bonn aus Anlass des Weltfeuchtgebietstages und des 40jährigen Bestehens der Ramsar-Konvention. Weiterlesen

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