Oikocredit: Das meiste Kapital kommt von Anlegern aus NRW

    Mit der Bewilligung von Mikrokrediten die soziale Entwicklung einer Region und gleichzeitig das Umweltverhalten der Menschen sowie die Unternehmensführung in den Blick zu nehmen, das gelingt nur Organisationen, die solche Ziele fest in ihre Vergabepraxis aufnehmen. Oikocredit, einer der weltweit größten Finanzierer von Mikrokreditorganisationen, tut genau das – und wurde dafür jetzt ausgezeichnet. Die Anleger von Oikocredit vertrauen dieser auf nachhaltige Entwicklung ausgerichteten Zielsetzung: 470 Mio. Euro beträgt nach dem 3. Quartal 2010 die Gesamtsumme der Anlagen bei der Entwicklungsgenossenschaft, sie wächst damit stetig weiter. Der Westdeutsche Förderkreis (WFK) von Oikocredit mit Sitz in Bonn ist dabei mit 62,3 Mio. Euro zum größten Einzelinvestor der Organisation mit 34 Förderkreisen in 17 Ländern herangewachsen. 6,4 Mio. Euro haben Menschen und Gruppierungen aus Nordrhein-Westfalen und dem Saarland – das Einzugsgebiet des Westdeutschen Förderkreises – in den ersten neun Monaten dieses Jahres neu angelegt (Vorjahreszeitraum: 4,8 Mio. Euro) und damit die Gesamtsumme von über 62 Mio. Euro erreicht.

    Oikocredit International hat im Jahr 2009 rund 110 Mio. Euro neu an Mikrofinanzorganisationen vergeben und damit die Gewährung weiterer Kleinkredite ermöglicht. Das Gesamtvolumen liegt derzeit bei rund 470 Mio. Euro. Oikocredit achtet dabei darauf, dass vielfältige Faktoren bei der weiteren Vergabe des Geldes beachtet werden – Umwelt- und soziale Faktoren gehören ebenso dazu wie etwa die gezielte Unterstützung von Frauen, die oftmals Ernährer der armen Familien sind. Mit der Verleihung des sogenannten ESG-Awards der Consultative Group to Assist the Poor (CGAP) an Oikocredit wurde die Einbeziehung von sozialen Faktoren, Umweltverträglichkeit und verantwortungsvoller Unternehmensführung (ESG – environmental, social and governance factors) in die Vergabe-Entscheidung jetzt besonders gewürdigt. Außerdem wurden Innovation und Transparenz gegenüber den Anlegern bei der Preisverleihung im Oktober hervorgehoben.

    Ulrike Chini, Geschäftsführerin des WFK, freut sich über die Auszeichnung und das Vertrauen der Anleger. Sie will die „Führung“ unter den Förderkreisen nicht überbewerten, aber Bestätigung und Signal ist es doch: „Wir sehen, dass der Wunsch der Menschen ungebrochen ist, mehr und mehr Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und ihr Geld für und mit den Menschen arbeiten zu lassen.“ Bei bestimmten Katastrophen sei kurzfristiges Spenden notwendig, „aber langfristige Hilfe für die Armen gelingt nur, wenn sie sich selbst eine Existenz aufbauen können“. Mit den Mikrokrediten, finanziert mit dem Geld der Oikocredit-Anleger, bekommen sie diese Chance.

    Über Oikocredit
    Oikocredit – die Ökumenische Entwicklungsgenossenschaft hat ihren Ursprung im Ökumenischen Rat der Kirchen und ihren Hauptsitz in Amersfoort, NL. Oikocredit International ist mit über 470 Millionen Euro Kapitalvolumen (Stand 30.09.2010) einer der größten privaten Finanzierer von Mikrofinanzorganisationen weltweit. Mit dem Geld stellen sie kleine und Kleinstkredite für Menschen in Entwicklungsländern bereit, die sich damit eine Existenz aufbauen. Insgesamt wurden seit Gründung der Organisation 1975 mehr als eine Milliarde Euro an Darlehen vergeben, die Rückzahlungsquote liegt bei 99 %. Oikocredit zahlt mit meist zwei Prozent keine hohe, aber eine stabile Dividende an seine Anleger. Der deutsche Hauptsitz ist in Mainz, außerdem gibt es die sogenannten Förderkreise in acht Bundesländern, über die Mitglieder und Anleger betreut werden. Der Westdeutsche Förderkreis ist der größte in Deutschland; er hat derzeit rund 5.100 Mitglieder.