Stadt Bonn: Bundes- und UNO-Stadt Bonn ist Fairtrade-Town

Bonn hat es geschafft: Die Bundes- und UNO-Stadt hat alle Kriterien der internationalen Kampagne “Fairtrade-Towns” erfüllt und reiht sich damit ein in die mittlerweile über 850 Fairtrade-Städte weltweit, darunter London, Brüssel, Rom, Kopenhagen und San Francisco. In einer feierlichen Auszeichnung überreichte Volkmar Lübke, Vorstand von TransFair e.V., die Urkunde an Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und gratulierte: “Die Auszeichnung würdigt das besondere Engagement der Bonner Bürgerinnen und Bürger ebenso wie der Stadtverwaltung für den Fairen Handel. Wir freuen uns ganz besonders, dass damit der Sitz der internatio-nalen Dachorganisation des Fairtrade-Siegels, Fairtrade Labelling Organisations International, ausgezeichnet wird.”

Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch erklärte: “Viele Menschen, Unternehmen und Organisatio-nen in Bonn haben sich schon vor langer Zeit auf den Weg gemacht, um durch die Förderung des fairen Handels ein Zeichen der Solidarität und der Nachhaltigkeit zu setzen. Ich freue mich sehr, dass dieses Engagement durch die Verleihung des Titels “Fairtrade-Town Bonn” nunmehr bestätigt wird. Diese Zertifizierung ist für die Stadt Bonn, die als internationale Plattform für den Dialog über Umwelt und Entwicklung gilt, Motivation, den eingeschlagenen Weg der Förderung des fairen Handels fortzusetzen. Denn: Fair ist richtig und wichtig. Faire Handelspartnerschaft ist ein Baustein gegen Armut. Der Titel “Fairtrade-Town” soll und muss allen Handelnden Ansporn sein, sich für fairen Handel und nachhaltige Entwicklung in und für Bonn einzusetzen.”

Dr. Norbert Blüm, Bundesarbeitsminister a.D., gratulierte seiner Heimatstadt und freute sich als langjähriger Fairtrade-Unterstützer darüber, dass der Faire Handel in Bonn mit der Auszeichnung weiter in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. Er forderte: “Diese Auszeichnung muss von uns allen weiter mit Leben gefüllt werden.”
Die Vertreter mehrerer Städte, die im Jahr 2009 im bundesweiten Wettbewerb “Hauptstadt des Fairen Handels” die ersten Plätze belegt hatten, berichteten von den Erfahrungen mit dem Fairen Handel in ihren Kommunen: Kajo Breuer, Umweltdezernent der Stadt Saarbrücken, Heidelinde Koslowski, Ortsbürgermeisterin der Gemeinde Rumbach, sowie Egon Vaupel, Oberbürgermeister der Stadt Marburg.

Die Auszeichnung von Bonn fand am Abend der 4. Internationalen Fairtrade-Towns-Konferenz statt, zu der rund 80 Gäste aus 18 Nationen am 5. und 6. November nach Bonn gekommen sind, um sich über die weltweiten Fortschritte und Entwicklungen des Fairen Handels in Kommunen auszutauschen und die Kampagne gemeinsam weiterzuentwickeln. Auch Gäste aus Oxford, Bonns Partnerstadt und selber Fairtrade-Town, waren bei der Auszeichnung anwesend. Bruce Crowther, der vor zehn Jahren die Kampagne Fairtrade-Towns in Großbritannien startete und damit den Anstoß für die weltweite Bewegung gab, erklärte: “Es ist eine aufregende Zeit, in der Deutschland diese 4. Internationale Fairtrade-Towns-Konferenz ausrichtet. In Großbritannien haben wir gerade die 500. Stadt mit dem Titel ausgezeichnet und international rechnen wir damit, Anfang 2011 die tausendste Stadt auszuzeichnen! Dies ist wirklich eine internationale Grassroots-Bewegung von Menschen, die sich leidenschaftlich für die ärmsten Produzenten in der Welt einsetzen. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns, aber ich weiß, dass wir unser Ziel erreichen werden.”

Hintergrund

Bonn ist in Deutschland die 27. Fairtrade-Stadt. Damit unterstreicht die Stadt ihre Internationalität als Sitz von mehr als 150 internationalen Organisationen, darunter drei Gründungsorganisationen von TransFair, sowie als Erstem Dienstsitz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ. Das Thema Fairer Handel hat in Bonn eine lange Tradition. In über 79 Einzelhandelsgeschäften und 25 gastronomischen Betrieben werden fair gehandelte Produkte vertrieben; zahlreiche Schulen, Vereine und Kirchengemeinden machen sich für den Fairen Handel stark. Bei öffentlichen Sitzungen wird seit Jahren Kaffee und Tee aus Fairem Handel verwendet.

Der Titel wird im Rahmen der Kampagne “Fairtrade-Towns” vergeben, die weltweit in 20 Ländern durchgeführt wird. In Deutschland wurde die Kampagne von Transfair e.V. im Januar 2009 gestartet. Der Verein wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern durch die Vergabe des Fairtrade-Siegels für fair gehandelte Produkte zu unterstützen. Inzwischen bieten über 30.000 Supermärkte, Bio‐ und Weltläden rund 1.000 verschiedene Fairtrade-Produkte an.

Mehr Informationen zur Kampagne und den Kriterien finden Sie auf
www.fairtrade-towns.de

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