Welthungerhilfe: Wir brauchen Taten statt Worte

    Die Welthungerhilfe fordert die Bundesregierung auf, sich auf dem Weltarmutsgipfel in New York für einen konkreten Aktionsplan stark zu machen. Sowohl die Entwicklungsländer als auch die Industrieländer müssen in die Pflicht genommen werden, einen wirkungsvollen Beitrag zur Bekämpfung von Hunger und Armut zu leisten. Hierzu sagt Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe:

    „ Wir dürfen Hunger und Armut nicht einfach hinnehmen. Dafür sind die nationalen Regierungen zuständig. Umfragen zeigen aber auch, dass fast 90 Prozent der Bürger in Europa die Entwicklungshilfe als wichtig einschätzen. Das ist ein klarer Auftrag an die Regierungen, an den vereinbarten Millenniumszielen festzuhalten. Das bisher vorliegende Abschlussdokument des Gipfels löst diesen Anspruch aber noch nicht ein. Es ist eine Sammlung schöner Worte ohne konkrete Handlungsvereinbarungen mit Zeitzielen.“

    „Die neuen Zahlen der Vereinten Nationen belegen, dass die meisten Hungernden in nur sieben Ländern leben, darunter Indien und China. Das sind Staaten, die selbst viel dazu beitragen können, es zu schaffen. Das ist eine positive Entwicklung. Deshalb müssen wir uns beim ersten Millenniumsziel, der Halbierung von Hunger und Armut, ganz besonders auf die Länder konzentrieren, die keine funktionierenden staatlichen und sozialen Strukturen haben wie z.B. den Kongo. Dort ist die Zahl der Unterernährten auf fast 70 Prozent gestiegen.“

    „Noch immer hungern fast eine Milliarde Menschen weltweit. Das ist nicht nur eine menschliche Tragödie, sondern stellt auch eine massive Verletzung des Menschenrechts auf Nahrung dar. Unsere Arbeit in 15 beispielhaften Millenniumsdörfern hat gezeigt, dass Fortschritte möglich sind. Wenn der Wille da ist, dass das Geld klug eingesetzt wird und mit der einheimischen Bevölkerung gemeinsam Ziele vereinbart und eingehalten werden.“

    „Der Schlüssel zur Beseitigung von Hunger und Armut liegt in gezielten Investitionen in die Landwirtschaft. Zwei von drei Hungernden leben auf dem Land. Weltweit fließen von den rund 100 Milliarden staatlicher Entwicklungshilfe, welche die Industrieländer leisten, nur vier Prozent in die ländliche Entwicklung. Das Gipfeldokument setzt hier ein falsches Zeichen, wenn es das Recht auf Nahrung und die kleinbäuerliche Landwirtschaft erst ans Ende der Prioritätenliste setzt.“

    Weitere Informationen unter www.welthungerhilfe.de