GTZ: Dialog- und Netzwerkveranstaltung – Überlebensfrage Vielfalt

Internationale Runde vor barocker Kulisse: Auf Einladung der GTZ diskutierten am 16. September rund 40 Experten mit drei Trägern des Alternativen Nobelpreises. „Hoch im Kurs? Biologische und kulturelle Vielfalt – was sind sie uns wert?“, so lauteten Kernfrage und Titel der Veranstaltung, die im Rahmen der Jubiläumskonferenz anlässlich des 30jährigen Bestehens des Right Livelihood Award in der Godesberger Redoute stattfand.

In seiner Eröffnungsrede hob GTZ-Geschäftsführer Christoph Beier eine grundlegende Gemeinsamkeit von kultureller und biologischer Vielfalt hervor: „Beide sind essentiell für unser Überleben, denn nur durch sie erhalten wir das nötige Reservoir an Handlungsoptionen, um auf die Herausforderungen von Umweltveränderungen reagieren zu können.“ Eine Einschätzung, die auch Manfred Niekisch, Universitätsprofessor für Internationalen Naturschutz und Direktor des Frankfurter Zoos, teilte. „Vielfalt ist ein Menschenrecht“, schloss Niekisch seine Keynote mit Blick auf die Bedeutung kultureller und biologischer Diversität für Klimaschutz, Armutsbekämpfung und Friedenssicherung. Christoph Beier berichtete von den Erfahrungen aus der Arbeit der GTZ. Diese zeigten, dass Konzepte zur ökonomischen Bewertung von Ökosystemleistungen angepasste Lösungen liefern könnten, wenn sie unter Beteiligung aller Interessengruppen und Berücksichtigung kultureller Werte entwickelt würden, so der GTZ-Geschäftsführer. Marktmechanismen, Regelwerke und Überzeugungsarbeit müssten ineinandergreifen, um globale öffentliche Güter zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. „Visionäre und Vorbilder wie Sie haben gezeigt, wie wichtig charismatische Persönlichkeiten sind, um Menschen zu überzeugen und Veränderungen zu bewirken“, sagte Beier an die Alternativen Nobelpreisträger gewandt.

Bei einer Podiumsdiskussion und in einer Dialogrunde im Fishbowl-Format berichteten Evaristo Nugkuag Ikanan aus Peru, Juan Pablo Orrego aus Chile und Hannumappa Sudarshan aus Indien über ihr preisgekröntes ökologisches und soziales Engagement und ihre Sichtweisen zur Bewertung biologischer und kultureller Diversität. Dabei unterstrichen Sie den engen Zusammenhang zwischen Ökosystemen und kulturellen Identitäten und ihrer Bedeutung für das langfristige menschliche Überleben. Traditionelles Wissen indigener Gemeinschaften, so Hannumappa Sudarshan, habe nichts mit Aberglauben zu tun, sondern sei ein nützlicher Erfahrungsschatz, der verloren gehe, wenn man diese Menschen in den gesellschaftlichen Mainstream zu drängen versuche: „Wir müssen ihnen zuhören und sie einbeziehen, denn sie haben uns etwas zu sagen“, riet der Mediziner. „Wir sind eine biosphärische Lebensgemeinschaft“, resümierte Juan Pablo Orrego. „Wenn wir alte Weisheiten mit Hochtechnologie verbinden, gibt es Lösungsmöglichkeiten für die drängenden ökologischen Probleme“, so der Umwelt- und Menschrechtsaktivist.

Dirk Bange

 

Dialog im Fisbowl: Die Alternativen Nobelpreisträger im Gespräch mit Moderator Volker Angres und Experten. Foto: GTZ/Danetzki

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GTZ-Geschäftsführer Dr. Christoph Beier bei seiner Eröffnungsrede in der Redoute in Bonn-Bad Godesberg. Foto: GTZ/Danetzki

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