Denkwerk Zukunft: Der westliche Lebensstil ist nicht zukunftsfähig

    Vor rund 200 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft diskutierten die Träger des Alternativen Nobelpreises Hans-Peter Dürr, Vorstand und Gründer des Global Challenges Network e.V., und Pat Mooney, leitender Geschäftsführer der ETC Group, mit Meinhard Miegel, Vorstandsvorsitzender des Denkwerks Zukunft, im Bonner Wissenschaftszentrum über die Zukunft der westlichen Kultur.

    Ihr Fazit: Der westliche Lebensstil ist nicht zukunftsfähig. Denn, so Hans-Peter Dürr: “Die westliche, wachstumsorientierte Wirtschaftsform mit ihrem aufwändigen und verschwenderischen Lebensstil steht in krassem Widerspruch zu den Bedingungen einer sozialen und ökologischen Verträglichkeit.” Die Pfeiler, auf denen der heutige Wohl­stand steht, werden, nach den Worten Meinhard Miegels, wegbrechen: Denn “seit dem Beginn der Industrialisierung haben wir unsere natürlichen Ressourcen nicht nur gebraucht sondern verbraucht.”

    Zwar könnten nach Auffassung der Diskutanten neue Technologien viele der drohenden Ver- und Entsorgungsprobleme lösen. Doch gingen diese Technologien häufig mit schädlichen Nebenwirkungen einher, die mögliche Erfolge wieder zunichte machten. Nach Auffassung von Pat Mooney gelte dies vor allem für den Bereich des Geo-Engineering, technische Eingriffe in geochemische oder biogeochemische Kreisläufe, mit denen Klimaveränderungen oder die Übersäuerung der Meere aufgehalten werden sollen. Nur für die Industrie, so Mooney, wäre dies eine wunderbare Lösung, “sie müsste sich nicht umstellen und auch die Politiker müssten ihren Wählern nicht zumuten, ihren Lebensstil zu ändern.”

    Genau das ist jedoch nach Auffassung aller drei Diskutanten erforderlich. Voraussetzung hierfür ist nach Hans-Peter Dürr “eine offene, umsichtige, kreative, einfühlende und liebende Lebenseinstellung sowie eine funktionierende Zivilgesellschaft als dritte Kraft neben Staat und Wirtschaft.” Meinhard Miegel zufolge würden bei einer solchen Lebenseinstellung mögliche materielle Wohlstandsverluste durch immaterielle Wohlstandsgewinne mehr als ausgeglichen. Damit dies gelingt, ist allerdings – hierin waren sich die Diskutanten einig – ein tief greifender Bewusstseinswandel erforderlich, von dem die Bevölkerungen früh industrialisierter Länder allerdings noch weit entfernt sind.

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