BMU: Ozonschicht erholt sich — FCKW-Verbote zeigen Wirkung

    Vor 23 Jahren wurde das Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht beschlossen. Jüngste Forschungsergebnisse europäischer Wissenschaftler belegen, dass das Protokoll wirkt und die Ozonschicht beginnt, sich langsam zu erholen. Das Risiko für Hautkrebs und Umweltschäden aufgrund der aggressiven UV-Strahlung hat sich durch die weltumfassenden Schutzanstrengungen deutlich verringert.

    Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen: „Mit dem Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht wurde vor 23 Jahren ein beispielhaftes internationales Umweltabkommen beschlossen. Ein Umweltabkommen, das sich aus begrenzten Regelungen nur für Industriestaaten zu einem äußerst ehrgeizigem globalen Umweltabkommen entwickelt hat und zu einem Vorbild für andere Umweltabkommen wurde.  Die jetzt vorliegenden wissenschaftlichen Nachweise über seine Wirksamkeit sind zugleich ermutigende Belege dafür, dass es möglich ist, globale Umweltprobleme durch eine gemeinsame Anstrengung der weltweiten Staatengemeinschaft erfolgreich anzugehen.“

    Hintergrund: Das Montrealer Protokoll über Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen, wurde am 16. September 1987 unterzeichnet. Dieser Tag wurde von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag der Ozonschicht bestimmt. Das Protokoll ist gemeinsam mit dem ihm zugrundeliegenden Wiener Übereinkommen das erste internationale Abkommen überhaupt, das in allen UN-Staaten gilt. Es sieht einen zeitlich gestaffelten Ausstieg durch Einschränkung von Verbrauch und Produktion von Substanzen vor, die die Ozonschicht schädigen. Die entsprechenden Enddaten wurden seit Inkrafttreten mehrfach durch Beschlüsse verschärft. Die Umsetzung der verbindlichen Ausstiegspflichten in den Entwicklungsländern wird unterstützt durch eine solide Finanzierung von konkreten Umstellungsmaßnahmen über einen von den In-dustrieländern finanzierten Multilateralen Fonds.

    Mit Hilfe der verbindlichen Ausstiegsregelungen und der finanziellen Unterstützung wurde bisher eine Reduktion von Herstellung und Verbrauch ozonschichtschädigender Stoffe von 97 % bezogen auf das Ozonabbaupotential erreicht. Wissenschaftliche Studien, u.a. der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, bestätigen jetzt den Zusammenhang zwischen diesen Maßnahmen nach dem Montrealer Protokoll und positiven Veränderungen der Ozonschicht. Allerdings verläuft der Erholungsprozess langsam. Das Ozonloch über dem Südpol beispielsweise, das sich jedes Jahr im September bildet, wird auch den jüngsten Studien zufolge vermutlich erst in zehn bis 15 Jahren kleiner werden.  Mit der Wiederherstellung der Ozonschicht auf dem ursprünglichen Niveau rechnen Wissenschaftler erst in der 2. Hälfte dieses Jahrtau-sends. Einen negativen Einfluss auf die Regeneration hat die zunehmende Erderwärmung.

    Da ozonschichtschädigende Stoffe gleichzeitig ein hohes Treibhauspotenzial aufweisen, bewirken die Reduktionsmaßnahmen nach dem Montrealer Protokoll zugleich eine deutliche Senkung der weltweiten Treibhausgasemissionen. Unter Klimaaspekten muss jedoch  dem nach den Regelun-gen des Protokolls in den nächsten Jahren anstehenden Ausstieg aus den teilhalogenierten FCKW (H-FCKW) besonderes Augenmerk gewidmet werden, denn die vielfach anstelle von H-FCKW genutzten sogenannten F-Gase (fluorierte Treibhausgase) haben selbst ein hohes Treibhauspo-tenzial. Es gilt daher, den Einsatz klimafreundlicher Alternativen voranzutreiben. Über die Inter-nationale Klimaschutzinititive (IKI), die aus den Emissionshandelserlösen finanziert wird, fördert das BMU eine Reihe von Pilotprojekten mit Partnerländern, um klimafreundliche Alternativen an-schaulich zu machen.

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