Welthungerhilfe: Forderung nach Rettungsplan für Kleinbauern

    Die Welthungerhilfe fordert gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen aus den Entwicklungsländern einen konkreten Aktionsplan für den im September stattfindenden UN-Millenniumsgipfel.

    Bärbel Dieckmann, die Präsidentin der Welthungerhilfe, stellte auf einem Vorbereitungstreffen in New York die Initiative “Millenniumsdörfer” der Organisation vor. “Wir haben in den letzten fünf Jahren in ausgewählten Dörfern gezeigt, dass Hunger und Armut erfolgreich bekämpft werden können. Wir werden diesen Weg fortsetzen. Die internationale Staatengemeinschaft darf sich nicht damit abfinden, dass 1,4 Milliarden Menschen auch zukünftig ein Leben ohne Perspektive führen, weiter hungern, weiterhin ihre Kinder nicht in die Schule schicken können und weiterhin früh sterben, weil keine Kliniken oder Ärzte erreichbar sind”, betont Dieckmann.

    Dieckmann weiter: “Die Regierungen des Nordens dürfen über ihre eigenen Wirtschafts- und Finanzkrisen die gemachten Zusagen an die Armen in den Entwicklungsländern nicht vergessen. Dazu gehören auch mehr gezielte Investitionen in die Landwirtschaft zur Unterstützung von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen. Die Krise in den reichen Ländern darf nicht auf Kosten der Armen gehen. Armutsbekämpfung ist ebenso systemrelevant wie die Rettung der Banken. Gleichzeitig fordern wir Rechenschaft von den Regierungen des Südens: Sie müssen die nationale Politik auf die Bedürfnisse der Landwirtschaft und ländlichen Entwicklung ausrichten. Sie müssen dazu lokale Aktionspläne in ihren Ländern erarbeiten, denn Entwicklung beginnt auf Dorfebene.”

    Am 15. Juni 2010 trafen sich in New York Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Frauengruppen, um mit Regierungsvertretern ihre Erwartungen und Forderungen an das UN-Gipfeltreffen der Regierungschefs im September zum Stand der Millenniumsziele zu diskutieren. Die Welthungerhilfe begrüßt, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich im September zum UN-Millenniumsgipfel reisen wird und sich das Thema zu Eigen macht.

    Pressemitteilung