Deutsche Kommission Justitia et Pax: “Gemeinsam für die Rechte von Hausangestellten eintreten”

„Dass es heutzutage immer noch Menschen gibt, die unter unwürdigen und ungeschützten Arbeitsbedingungen
in fremden Haushalten leiden, um fern ihrer Familien ein oft unzureichendes Einkommen zu erarbeiten, ist eine große Herausforderung für die Vereinten Nationen. Es fordert aber auch uns in Kirche und Zivilgesellschaft heraus, Allianzen zu bilden und gemeinsam für die Rechte von Hausangestellten einzutreten“ so Erzbischof Silvano Tomasi, der Vertreter des Hl. Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, bei einer Veranstaltung am Rande der 99. Sitzung der Internationalen Arbeitskonferenz (IAK) in Genf. In der Veranstaltung zum Thema „Rechte von Hausangestellten: Chancen und Herausforderungen für internationale und nationale Anwaltschaft und Vernetzung“ ging es um die Identifizierung der gemeinsamen Forderungen von Kirchen, Gewerkschaften, Selbsthilfe- und Menschenrechtsorganisationen für den Schutz der Rechte von Hausangestellten. Sie wurde von Kolping International, Justitia et Pax, dem Migrant Forum Asia (MFA) und dem Katholischen Zentrum in Genf (CCIG) am Montag, den 7.06.2010, am Rande der IAK in Genf durchgeführt.

Dr. Hildegard Hagemann von Justitia et Pax und Vertreterin von Kolping International bei der IAK forderte die Vertreterinnen und Vertreter von Hausangestellten, Regierungen, Kirche, NRO und Gewerkschaften auf, sich sowohl während der laufenden Verhandlungen der IAK zu einem Übereinkommen über die Rechte von Hausangestellten als auch zum Kommentar zu den Rechten von Hausangestellten des UN Komitees für Migranten zu engagieren. Die IAK-Verhandlungen über den Wortlaut des Übereinkommens dauern noch bis zum 16. Juni an und werden im Jahr 2011 zu Ende geführt.

Hausangestellte, die aus anderen Ländern angeworben werden, so Martina Liebsch von Caritas International in Rom, seien in besonderem Masse verletzlich, da sie isoliert lebten, häufig keinen Zugang zu Informationen über ihre Rechte haben und ihnen persönliche Freiheiten wie Bewegungsfreiheit oder Ruhepausen entzogen würden. Hinzu komme ein hohes Risiko der Ausbeutung durch sexuelle Gewalt. Hierin gleichen sich die Situationen von Hausangestellten weltweit. Hester Stephen, Präsidentin der südafrikanischen Hausangestelltengewerkschaft SADSAWU beklagt die extremen Formen der Ausnutzung von Hausangestellten, wogegen es in den meisten Ländern keine adäquate Gesetzgebung gebe. Ein Übereinkommen der ILO sei für die Regierung bindend und für die Betroffenen ein Referenzpunkt. Natürlich müsse das Übereinkommen von den Regierungen auch ratifiziert werden.

Daher sei es hochnotwendig, die Kräfte aller Organisationen, die die Rechte von Hausangestellten schützen wollen, und gemeinsam die völkerrechtlichen Instrumente zu gestalten suchen, zu bündeln. Das betonte William Gois, Koordinator des MFA aus Manila: „sowohl für die Anwaltschaft auf der internationalen Verhandlungsebene als auch auf nationaler Ebene müssen Allianzen geschaffen werden.“

Pressemitteilung

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