Weltwassertag: Gute Wasserqualität in Bonn

„Wasserqualität – Chancen und Herausforderungen vermitteln” lautet das Motto des Weltwassertages am Montag, 22. März. Der von der UNO ausgerufene Tag macht auf wasserrelevante Themen und Probleme aufmerksam. Aus diesem Anlass weist die Stadtverwaltung auf eins der zurzeit beherrschenden Themen der Wasserwirtschaft hin, das auch für Bonn immer mehr an Bedeutung gewinnt: Im Jahr 2000 ist die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in Kraft getreten mit dem Ziel, bis spätestens 2027 für alle Gewässer einen „guten Zustand” zu erreichen. Dieser Begriff orientiert sich am natürlichen, vom Menschen unbeeinflussten Zustand.

Oberflächengewässer-Sanierung: NRW gibt landesweit jährlich 80 Millionen Euro
Bei den Oberflächengewässern wie Bächen und Flüssen steht dabei nicht nur die Qualität des Wassers selber im Blickpunkt. Auch der gesamte gute ökologische Zustand mit einer naturnahen Gestalt der Gewässer ist wesentliches Ziel der Wasserrahmenrichtlinie. Allerdings gibt es in einem hoch industrialisierten Land wie Nordrhein-Westfalen nur wenig unberührte Oberflächengewässer. So ergab eine Bestandsaufnahme, dass nur etwa zehn Prozent dieser Gewässer den nach der Richtlinie definierten Zustand erreichen. Bonn macht da keine Ausnahme: Obwohl bereits rund elf Kilometer  Bachlauf renaturiert wurden, sind weitere erhebliche Anstrengungen auf circa 30 Kilometer mit Maßnahmenbedarf zu unternehmen. Neben Renaturierungen sind dies auch punktuelle Arbeiten wie beispielsweise die Beseitigung von Wanderungshindernissen für Fische und andere Organismen, auf längere Gewässerstrecken wirken. Um diese Ziele zu erreichen, hat das Land Nordrhein-Westfalen das Programm „Lebendige Gewässer” mit Wirkung ab 2010 ins Leben gerufen. Mit 80 Millionen Euro jährlich wird die Verbesserung der ökologischen Gewässerqualität unterstützt. Wie viel davon der Stadt Bonn zu Gute kommen wird und welcher Eigenanteil zu leisten ist, ist noch nicht entschieden. Bis 2012 jedenfalls werden die Umsetzungsfahrpläne erstellt, in denen die Maßnahmen zur naturnahen Entwicklung der Gewässer nach Kosteneffizienz und Prioritäten aufgelistet sind.

113 städtische Messstellen wachen über Grundwasserqualität
Aber es geht nicht nur um Oberflächengewässer. Auch das Ziel eines guten Grundwasserzustandes ist europaweit über die WRRL festgeschrieben, dient das Grundwasser doch der Versorgung der Bevölkerung mit Trink- und Brauchwasser in erforderlicher Qualität. Trinkwasser wird in gesondert ausgewiesenen Wasserschutzgebieten gewonnen. In diesen Gebieten werden strengere Anforderungen an die Bewirtschaftung und Bebauung gestellt. Im Bonner Stadtgebiet gibt es zwei Wasserschutzzonen, die den Bonner Norden links und rechts des Rheins umfassen.
Im Rahmen der Umsetzung der WRRL unterhält das Land ein grobes Messstellennetz. Die Stadt Bonn selbst untersucht darüber hinaus einmal jährlich die Grundwasserqualität im gesamten Stadtgebiet an derzeit 113 ausgewählten Grundwassermessstellen.
Die Untersuchungsergebnisse der letzten vier Jahre zeigen, dass im Stadtgebiet insgesamt eine gute Qualität vorliegt. Vereinzelt sind Belastungen vorhanden, denen gezielt nachgegangen wird. Größtenteils sind die zugeordneten Verursacherstandorte bereits saniert oder es laufen dort entsprechende Sanierungs- oder Sicherungsmaßnahmen.
Der Problematik diffuser Einträge von Nährstoffen von landwirtschaftlichen Flächen – wie beispielsweise Nitrat – geht die Landwirtschaftskammer gezielt nach und tut dies in Kooperation mit den Wasserwerksbetreibern, den zuständigen Behörden sowie den Landwirten.

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