UNO-Flüchtlingshilfe: Frauen stärken, heißt Überleben sichern

Weit mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit sind Frauen und Mädchen. Auf der Flucht und in Flüchtlingslagern sind sie besonderen Gefahren wie Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Gleichzeitig sind sie besonders benachteiligt, weil ihre Stimme nicht gehört wird und ihre Bedürfnisse nicht berücksichtigt werden. Oft fehlt eine ausreichende Bildung oder der kulturelle Hintergrund verbietet es den Frauen, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen oder gar ein Einkommen zu erwirtschaften.

Dabei übernehmen Flüchtlingsfrauen mit die wichtigsten Aufgaben im Exil: Sie sorgen für die Kinder und halten die Familie zusammen. Ihr Durchhaltevermögen und ihre Willenskraft entscheiden darüber, ob eine Rückkehr in die Heimat oder ein Neuanfang in der Fremde gelingt. Flüchtlingsfrauen brauchen Hilfe, um ihr Leben eigenverantwortlich zu meistern.

Zum Weltfrauentag 2010 fordert die UNO-Flüchtlingshilfe daher, Flüchtlingsfrauen ganz besonders zu unterstützen.

Um die wirtschaftliche Unabhängigkeit und die Rechte von Flüchtlingsfrauen zu stärken, hat UNHCR, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, mit prominenter Unterstützung von Prinzessin Haya Bint Al Hussein von Jordanien die neue Initiative „Women Leading for Livelihoods“ (WLL) gegründet. Derzeit gibt es rund 30 Projekte in über 12 Ländern: darunter in Serbien, Brasilien, Kenia, Georgien und Marokko. Die Bandbreite der Maßnahmen reicht von Computerschulungen, innovativen Landwirtschafts-projekten über Hilfen zur Existenzgründung bis hin zu Näh-Workshops.

Allen Projekten ist gemeinsam, dass einkommensschaffende Maßnahmen den Frauen helfen sollen, sich und ihre Familien selbst zu versorgen und langfristig unabhängig von fremder Hilfe zu werden. Bildung und ein eigenes Einkommen fördern dabei das Selbstvertrauen und die Eigeninitiative. An einem dieser Projekte hat sich auch die Stiftung der UNO-Flüchtlingshilfe beteiligt.

Beispiel: Rohingya- Frauen in Bangladesch
In Bangladesch lebt eine religiöse und ethnische Minderheit, die Rohingyas aus Myanmar. Auch nach zwanzig Jahren haben diese Flüchtlinge wenig Aussicht auf eine freiwillige Rückkehr. Sie leben am Rande der Gesellschaft, unter wirtschaftlich und sozial schwierigen Bedingungen.
Die Rohingya-Frauen lernen jetzt zusammen mit Frauen aus den nahe gelegenen Dörfern nach Grundsätzen des fairen Handels attraktives Spielzeuge, Haushaltsgegenstände und Kunsthandwerk für den Export herzustellen. Sie bekommen die Möglichkeit, eigenes Einkommen zu erwirtschaften und unabhängig zu werden. Die lokale Bevölkerung wird einbezogen, um Spannungen zu vermeiden und die Integration der Flüchtlinge zu fördern.

Pressemitteilung