SÜDWIND – Studie: Schmuck – Liebesbeweis, Broterwerb und Ausbeutung

    Schmuck

    In der erschienenen Studie weist SÜDWIND nach, dass es entlang der Produktionskette von Schmuck große Missstände gibt. Zugleich wissen viele Schmuckhersteller und -händler nicht, woher die Rohstoffe ihrer Waren kommen und unter welchen Bedingungen sie gewonnen wurden. Vor diesem Hintergrund fordert SÜDWIND alle am Schmuckhandel beteiligten Unternehmen auf, in Verbesserungen der Situation zu investieren.

    Entlang der gesamten Produktionskette von Schmuck gibt es viele ungelöste Probleme. „Ausgerechnet bei der Goldproduktion, dem umsatzstärksten Rohstoff der Schmuckindustrie, herrschen die massivsten Missstände. Die Verwüstung großer Flächen und der Einsatz giftiger Chemikalien gehören ebenso zur Produktionskette wie in vielen Staaten Millionen Kleinschürfer, die unter verheerend schlechten Bedingungen arbeiten“, so Friedel Hütz-Adams, Hauptautor der Studie.

    Auch beim Abbau von begehrten Edelsteinen wie Diamanten, Rubinen, Smaragden oder Saphiren sind erhebliche Missstände in vielen Staaten an der Tageordnung – ebenso wie bei der Produktion von Silber und Platin.

    Ein großer Teil des in Deutschland verkauften Schmucks wird laut Hütz-Adams in Billiglohnländern gefertigt. „Die wenigen vorliegenden Daten belegen, dass ein Teil der Produktion im informellen Sektor stattfindet. Unsichere Arbeitsverhältnisse, geringe Löhne und hohe gesundheitliche Risiken für die Beschäftigten sind an der Tagesordnung.“

    „Investoren kommt eine Schlüsselrolle in der Verbesserung der sozialen und ökologischen Standards in der Förderung von Edelmetallen und Diamanten zu“, meint Antje Schneeweiß, die sich in der Studie mit der Frage auseinandersetze, was die Geldgeber der Branche unternehmen können. „Bergbauunternehmen sind bei der Erschließung neuer Minen auf das Kapital von Investoren angewiesen. Diese müssen endlich konsequent Umwelt- und Sozialstandards in den von ihnen mitfinanzierten Projekten einfordern.“

    Die Schmuckbranche ist durch einige internationale Initiativen auf dem Weg, Regeln für einen transparenteren und faireren Markt zu entwickeln. Die Umsetzung der geplanten Verbesserungen wird nach den derzeitigen Planungen bei den meisten Unternehmen noch Jahre in Anspruch nehmen und zudem nur Mindeststandards umfassen.

    Dringend notwendig ist daher, dass die deutsche Bundesregierung aktiv wird: Freiwillige Ansätze von Unternehmen müssen durch eine Gesetzgebung ergänzt werden, die Standards vorschreibt und einklagbar macht.

    Kontakt: Friedel Hütz-Adams: 02241-259735, huetz-adams@suedwind-institut.de


    Download: http://www.suedwind-institut.de/downloads/2010-02_SW_Schmuck-Studie.pdf