KLJB: “Leitbild für eine Landwirtschaft der Zukunft”

Als Reaktion auf die aktuellen Entwicklungen und Zusammenhänge im zunehmend globalisierten
Ernährungs- und Landwirtschaftssystem hat die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) gestern auf ihrer Bundesversammlung im westfälischen Hardehausen ein “Leitbild für eine Landwirtschaft der Zukunft” verabschiedet. Delegierte aus ganz Deutschland brachten in einer intensiven Diskussion ihre persönliche Fachkompetenz sowie ihr Wissen über die regional unterschiedlichen Herausforderungen in das aus sechs Leitzielen bestehende Leitbild ein.

“Viele Bereiche der landwirtschaftlichen Produktion sind heute ökologisch, ökonomisch und sozial nicht mehr nachhaltig angelegt. Es ist höchste Zeit für ein Umdenken und Umlenken”, erklärt die KLJB-Bundesvorsitzende Monica Kleiser. Die Liste der Herausforderungen an die Landwirtschaft ist lang – sie reicht von der steigenden Weltbevölkerung, Hunger, Wasserknappheit, Verlust der biologischen Vielfalt und Schwinden der Ölreserven über die Flächenkonkurrenz hin zu Wetterextremen und Landverlusten bedingt durch den Klimawandel. “Ohne grundlegende Veränderungen in der Politik, aber auch im Einkaufsverhalten vieler Verbraucherinnen und Verbraucher, werden wir die Herausforderungen der Zukunft nicht meistern können”, so Kleiser weiter.

Die sechs Leitziele des Papiers beschreiben die KLJB-Visionen für eine nachhaltig gestaltete Landwirtschaft. Diese betreffen die Themen “Lebensmittelerzeugung”, “Nachhaltigkeit”, “Regionalität”, “Globale Verantwortung”, “Forschung und Technologie” sowie “Flächendeckende Landwirtschaft”. Das Leitbild enthält Zielsetzungen und Visionen für die Landwirtschaft von Morgen. “Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen ist uns besonders wichtig, dass die Lebensmittelerzeugung als Kernkompetenz der Landwirtschaft gewahrt wird”, so Kleiser. Damit einher gehe ein verantwortlicher Umgang mit Fläche, vor allem, wenn es um Flächennutzung zur Energiegewinnung oder um fortschreitende Flächenversiegelung zu Lasten landwirtschaftlicher Nutzflächen gehe. Im Leitziel “Regionalität” definiert die KLJB regionales und saisonales Produzieren als Idealfall agrarischen Wirtschaftens. “Landwirtschaft muss ein wirtschaftliches Standbein ländlicher Räume bleiben, und Politik und Gesellschaft müssen die Vielfalt ländlicher Räume weltweit stärken”, so Kleiser. Dezentrale Strukturen sorgten für Arbeitsplätze, kurze Transportwege, langlebige Handelsbeziehungen und entsprechende Versorgungseinrichtungen vor Ort: “Regionale Wirtschaftskreisläufe sind für uns letztlich der Schlüssel für eine nachhaltige ländliche Entwicklung weltweit”, resümiert Kleiser.

Das Papier bildet die Grundlage für weitere politische Aktivitäten des Bundesvorstands und für die inhaltliche Weiterarbeit innerhalb des Verbands.
Beispielsweise will die KLJB ihre Überzeugungen und Forderungen hinsichtlich der neuen “Gemeinsamen Agrarpolitik” (GAP) der Europäischen Union nach 2013 in die öffentliche Diskussion einbringen.

Das Leitbild steht in engem Zusammenhang mit dem aktuellen KLJB-Bildungsprojekt “STILvollerLEBEN – Aktiv für Kritischen Konsum”. Auch hier macht sich der ökologisch ausgerichtete Jugendverband Gedanken über die Auswirkungen von Konsumentscheidungen auf die europäische und weltweite Landwirtschaft. Mit dem neuen Leitbild verfügt der KLJB-Bundesverband nun über umfassende und sehr aktuelle Zielformulierungen zu den brennenden Landwirtschaftsthemen unserer Zeit.

Vom 24. bis 28. Februar 2010 hatten sich im Jugendhaus Hardehausen (Erzbistum Paderborn) über 100 Teilnehmende aus ganz Deutschland zur KLJB-Bundesversammlung getroffen. Neben der Verabschiedung des Landwirtschafts-Leitbildes war die Wahl von Klaus Settele (29) aus dem Diözesanverband Augsburg zum neuen Bundesvorsitzenden ein Höhepunkt des höchsten beschlussfassenden Gremiums der KLJB gewesen.

Den genauen Wortlaut des Leitbilds können Sie in Kürze auf der Website der KLJB herunterladen: www.kljb.org/bund-v4.1.1/index.php?id=135

Kontakt:
Johanna Elsässer
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Gender Mainstreaming
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