CARE: Forderung nach besserem Schutz für Frauen nach Naturkatastrophen

CARE fordert anlässlich des Weltfrauentags am 8. März mehr Schutz für Frauen nach Naturkatastrophen. „Ein Erdbeben oder ein Wirbelsturm sind für Frauen ein doppeltes Desaster. Sie verlieren nicht nur Besitz und Familie, sondern sind Vergewaltigungen oder brutalen Überfällen schutzlos ausgeliefert“, so Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg. Der Schutz von Frauen werde laut Markmiller bei der Nothilfe nach Naturkatastrophen oft vernachlässigt. „Dabei müssen alle Maßnahmen, sei es die Lebensmittelverteilung oder der Bau von Notunterkünften eines gewährleisten: Frauen zu schützen und ihnen Sicherheit zu geben“, sagt Markmiller.

Markmiller, der am Donnerstagabend aus der Erdbebenregion Haitis zurückkehrte, fordert sichere Unterkünfte für Frauen und den Aufbau vertrauensvoller Anlaufstellen, in denen sie medizinische und psychologische Hilfe erhalten und Anzeige gegen Übergriffe erstatten können. „Viele Frauen übernachten im Freien, hinter aufgespannten Bettlaken oder unter Plastikplanen. So kann sie jeder Mann sehen und überfallen. Die Frauen nennen die Männer ‚böse Geister, die nachts durch die Lager ziehen’“, so Markmiller weiter. “Meistens sind auch die Waschstellen nicht mit einem ausreichenden Sichtschutz ausgestattet, was für weiteres Gefährdungspotential sorgt und schließlich die Würde der Frauen verletzt”, berichtet Markmiller aus Haiti.

Andererseits, so Markmiller, seien gerade Frauen auch Rückgrat der Nothilfe. „Alle Nothilfegüter für Haiti werden nur an Frauen ausgegeben. Denn so laufen die Verteilungen ruhig und geordnet ab. Und wir können sichergehen, dass unsere Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird: bei den Familien.“

CARE baut in Haiti geschützte Notunterkünfte sowie separate Latrinen und Waschgelegenheiten für Frauen. Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen hat CARE die medizinische Versorgung aufgebaut und dort Medikamente zur Sofortbehandlung von vergewaltigten Frauen bereit gestellt. „In all unsere Nothilfemaßnahmen wird der besondere Bedarf und Schutz von Frauen integriert und umgesetzt“, erklärt Markmiller. „Doch was für Haiti gilt, muss auch für zukünftige Naturkatastrophen gelten. Wir müssen schnell helfen, aber wir dürfen die Sicherheit der Frauen dabei nicht außer Acht lassen.“

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