Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: „Simplizistische Lösungen verbieten sich“

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In der Reihe “Internationale Schriften der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg” werden in erster Linie anwendungsorientierte Studien unterschiedlicher Disziplinen im Kontext internationaler Wissenschaft, Politik und Wirtschaft veröffentlicht. Band 1 ist jetzt erschienen.

Die neue Schriftenreihe bietet wissenschaftliche Analysen, Bewertungen und Strategien von internationalen und globalen Zusammenhängen. Zielgruppen sind Entscheidungsträger, Wissenschaftler, Studierende und individuell Interessierte. Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg macht mit ihrer Schriftenreihe Wissenschaft für die Praxis nutzbar.

Gerade ist der Auftaktband mit dem Titel “Simplizistische Lösungen verbieten sich” erschienen, der sich mit der internationalen Zusammenarbeit im 21. Jahrhundert auseinandersetzt.

„Simplizistische Lösungen verbieten sich.“ Mit dieser Aussage machte der damalige Vorsitzende des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Uwe Holtz, auf die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen Politik der internationalen Zusammenarbeit aufmerksam. Sein weitsichtiger Handlungsgrundsatz wird aber bislang nur unzureichend befolgt. Gerade angesichts vermeintlich bedrohlicher, korrelierender Globalprobleme kann im politischen Handeln immer noch ein Hang zu simplizistischen Lösungen als Gegenreaktion auf die Komplexitätsüberforderung beobachtet werden. Die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise verdeutlicht das Dilemma, sieht sich doch die Weltgemeinschaft in Folge ihrer Kurzsichtigkeit mit sich verschärfenden Problemstellungen konfrontiert. Seit den 1990er Jahren hat sich nicht nur das Themenspektrum erweitert, sondern es haben sich grundlegende Problemfelder, beispielsweise Armut, verschärft. Hinzu kommen Verschiebungen im Verhältnis zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Die damit verbundenen Herausforderungen internationaler Politik wurden zuletzt auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen sichtbar. Es sind eine Reihe von Baustellen, die globale Antworten brauchen, weil sie selbst weltumspannende Dimensionen und Auswirkungen haben. Ihre besondere Sprengkraft steckt in ihren noch nicht hinreichend verstandenen Interdependenzen. Politik muss aber reagieren, wenn auch im Schatten großflächiger Unwissenheit.

Prof. Dr. Uwe Holtz gehört seit Jahrzehnten auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit zu den profiliertesten Politikern und Wissenschaftlern in Deutschland. Seinem Ruf nach ganzheitlichen Lösungsansätzen kommen Dr. Eckhard Deutscher, Vorsitzender des Entwicklungsausschusses der OECD, und Prof. Dr. Hartmut Ihne, Präsident der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, mit einer ihm zu Ehren veröffentlichten Festschrift nach. Führende Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Disziplinen der internationalen Zusammenarbeit, Entwicklungspolitik und Entwicklungsforschung kommen darin zu regionalen und sektorspezifischen Themen zu Wort. Hierzu zählen Terrorismus, Geopolitik, Korruptionsbekämpfung, Good Governance, Ownership, Ressourcenkonflikte, Bildung und Medien, Migration und Fragen der Wirtschaftsethik. Alle Autorinnen und Autoren eint das Engagement für die „Eine Welt“ und eine „nachhaltige und menschenwürdige Entwicklung“.

Link: http://www.hochschule-bonn-rhein-sieg.de/Hochschule/Presse__und_%C3%96ffentlichkeitsarbeit-p-4230/Hochschul_News-p-240/2010_02_03_Neue_Schriftenreihe_zu_internationalen_Themen.html