07.10.2009 | AI Veranstaltungsänderung : Zwangsumsiedlungen in Kambodscha

Wohnen. In Würde.

Vortrag von Monika Lüke, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland.

Mittwoch, den 7. Oktober 2009 wird die Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, Monika Lüke, um 20 Uhr im Kapitelsaal der Katholischen Hochschulgemeinde in Bonn über ihre persönlichen Erfahrungen aus Kambodscha und die dramatische Situation der Menschen sprechen, die in den Slums rund um die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh leben. Dabei wird sie ein besonderes Augenmerk auf rechtswidrige Zwangsräumungen legen, von denen derzeit allein in Phnom Penh mindestens 50.000 Menschen bedroht sind. Der ursprünglich geplante Vortrag des kambodschanischen Menschenrechtsverteidigers Yeng Virak kann leider nicht stattfinden. Monika Lüke konnte an seiner statt für die Veranstaltung gewonnen werden.

Einen einführenden Martin Jost von der Amnesty-Koordinationsgruppe Kambodscha geben, anschließend wird ein Kurzfilm über Zwangsräumungen in Kambodscha gezeigt.

Monika Lüke ist seit Juli 2009 neue Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland. Zuvor hat sie für die GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) als Programmleiterin in Kambodscha gearbeitet.

In Kambodscha werden im Zuge von städtischen Sanierungsprojekten und landwirtschaftlichen Großprojekten seit einigen Jahren verstärkt rechtswidrige Zwangsräumungen durchgeführt. Möglich wird dies durch einen Zustand der offenen Straflosigkeit für den Kreis der Reichen und Mächtigen in Kambodscha. So wurde am 17. Juli 2009 das Gelände Gruppe 78 in der Hauptstadt Phnom Penh, auf dem über 60 Familien seit 1983 wohnten, nach drei Jahren der Drangsalierung und Einschüchterung durch die Regierung zwangsgeräumt und die dort lebenden Familien vertrieben.

Im Laufe des Jahres 2008 wurden mindestens 27 Zwangsräumungen durchgeführt, die etwa 23.000 Menschen betrafen. Die vertriebenen Menschen erhalten regelmäßig keinerlei effektive Hilfe, wie  Entschädigungen für den Verlust von Wohnung, Land oder Eigentum. Ungefähr 150 Menschen, die sich aktiv für die Verteidigung der Landrechte eingesetzt hatten, oder von den Zwangsräumungen betroffen waren, wurden im Jahr 2008 festgenommen. Viele von ihnen wurden auf der Grundlage falscher Beschuldigungen strafrechtlich verfolgt. Das Recht auf Wohnen ist sowohl in Artikel 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, wie auch in Art. 11 des UN-Sozialpakts verankert.
Das Recht auf Wohnen ist der erste Schwerpunkt, der im Mai 2009 gestarteten Amnesty-Kampagne „Mit Menschenrechten gegen Armut“, welche darauf aufmerksam machen möchte, dass Armut in vielen Fällen Folge von Menschenrechtsverletzungen ist und durch Menschenrechtsverletzungen verfestigt wird. Die Amnesty-Hochschulgruppe in Bonn wird sich, wie viele andere Amnesty-Gruppen, an der Kampagne beteiligen und arbeitet seit mehreren Jahren zu der Menschenrechtslage in Kambodscha.

Die Veranstaltung ist in deutscher Sprache, der Eintritt ist frei.
Die Katholische Hochschulgemeinde befindet sich in der Brüdergasse 6 in unmittelbarer Nähe zum Bonner Marktplatz. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen und darüber berichten würden. Gerne vermitteln wir auch ein Gespräch mit Monika Lüke und Martin Jost.

Weitere Informationen:http://www.amnesty.de/

Kontaktperson: Serge Birtel, 015121181073,serge.birtel@…