Bonn bekommt zum 1. Januar 2010 eine Umweltzone

Bonn – Die Bezirksregierung Köln hat entschieden: An der Einführung einer Umweltzone in Bonn zum 1. Januar 2010 in der vorgesehenen Ausdehnung ist nicht mehr zu rütteln. Im Gegensatz zur bisherigen Planung haben bis auf Weiteres auch Fahrzeuge mit roter Plakette freie Zufahrt. Das ist das wesentliche Ergebnis der 7. Projektgruppensitzung zur Aufstellung des Luftreinhalteplanes Bonn, die am 25. August stattfand. Die Bezirksregierung hat in der Sitzung allen Projektmitgliedern mitgeteilt, dass sie auch nach der Auswertung der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Luftreinhalteplan Bonn in den Kernpunkten zu keiner abweichenden Entscheidung gekommen ist.

Zwar würdigt die Bezirksregierung Köln ausdrücklich die Bemühungen der Stadt Bonn und ihrer Partner, mit Hilfe der geplanten und zum Teil auch schon umgesetzten Maßnahmen zur Senkung der Luftschadstoffbelastung den ab dem 1. Januar 2010 geltenden Grenzwert von 40 Mikrogramm NO2 /m³ Luft in Bonn überall einzuhalten. Dennoch hält sie die Einrichtung einer Umweltzone – wie sie bereits in 13 anderen Städten in Nordrhein- Westfalen eingeführt worden ist – auch in Bonn für unerlässlich.

Die Bezirksregierung beabsichtigt, den Luftreinhalteplan Bonn noch im September in Kraft zu setzen. Anschließend ist vorgesehen, die Schilder für die Umweltzone bereits zum 1. Oktober im Sinne einer Eingewöhnungsphase aufzustellen. Ab dem 1. Januar 2010 wird es ernst: in die Umweltzone Bonn dürfen dann grundsätzlich nur noch Kraftfahrzeuge fahren, die über eine rote, gelbe oder grüne Plakette verfügen.

Ursprünglich hatte die Bezirksregierung geplant, nur Fahrzeugen mit gelber oder grüner Plakette das Befahren der Umweltzone zu erlauben. Da jedoch in Köln sowie in allen anderen NRW-Städten, in denen es eine Umweltzone gibt, zumindest im nächsten Jahr weiterhin auch Autos mit roter Plakette freie Fahrt haben werden, wird diese Regelung auch auf Bonn übertragen.

Plaketten für das Befahren der Umweltzone Bonn können bei der Kraftfahrzeugzulassungsbehörde im Stadthaus, bei den Prüforganisationen (z.B. TÜV oder DEKRA) oder den für Abgasuntersuchungen zertifizierten Werkstätten erworben werden. Bei der Zulassungsbehörde kosten diese 5 Euro.

Wer ab Januar ohne Plakette in die Umweltzone fährt, riskiert 40 Euro Bußgeld sowie einen Punkt in Flensburg. Das gilt auch dann, wenn das Fahrzeug aufgrund der Abgaswerte eine Plakette erhalten würde, der Halter aber versäumt hat, diese zu erwerben und an der Windschutzscheibe zu befestigen.

Laut Angabe des Kraftfahrtbundesamtes waren am Stichtag 1. Januar 2009 von allen in Bonn zugelassenen 154.444 Pkw genau 6901 (ca. 4%) dahingehend betroffen, dass sie keine Plakette erhalten und somit grundsätzlich nicht in die Umweltzone einfahren können. Der weitaus größte Teil (ca. 86%) der in Bonn zum Stichtag zugelassenen Pkw erhält sogar eine grüne Plakette. Bei den in Bonn zugelassenen Nutzfahrzeugen sieht es etwas ungünstiger aus: Hier bekommen ca. 11% keine Plakette.

Von der Umweltzone betroffen sind in erster Linie ältere Dieselfahrzeuge. Besitzer solcher Fahrzeuge haben die Möglichkeit, über die Nachrüstung mit einem Partikelfilter die „Eintrittskarte” in die Umweltzone zu lösen. Wer seinen „Diesel” bis zum 31. Dezember 2009 nachrüstet, kann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Kostenzuschuss von 330 Euro erhalten oder sich alternativ diesen Betrag über eine Gutschrift bei der Kfz-Steuer erstatten lassen. Aber auch Dieselfahrzeuge, die zwar eine Plakette bekommen, aber über keinen Partikelfilter verfügen, können über eine Nachrüstung steuerlich begünstigt werden, so dass es sich auch in diesem Fall lohnt, in der Werkstatt nachzufragen, ob eine Nachrüstung möglich ist. Eile ist in jedem Fall geboten, denn die Nachrüstung muss in diesem Jahr durchgeführt werden, um die 330 Euro zu erhalten.

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