Bonn4Future: Letztes Klimaforum: Bonner*innen erarbeiten Klimaaktionsplan

Das letzte von vier Bonn4Future-Klimaforen findet am Freitag und Samstag, 9. und 10. September 2022, in Poppelsdorf statt. 150 Bonner*innen erarbeiten einen Aktionsplan, wie die Stadtgesellschaft zum Erreichen der Klimaziele beitragen kann.

Als Naziha Hasan zum zweiten Klimaforum im April 2022 eingeladen wurde, war sie überrascht. Ein Beteiligungsverfahren dieser Art kannte sie bisher noch nicht. Naziha Hasan besuchte das Forum – und ist seitdem überzeugte Unterstützerin. Deshalb war für sie klar, dass sie als eine von 150 Teilnehmenden auch beim vorerst letzten Klimaforum am 9. und 10. September im Geografischen Institut der Bonner Universität wieder dabei sein wird. „Ich war beeindruckt, dass ich so offensiv nach meiner Meinung gefragt wurde“, freut sich die gelernte Agrarwissenschaftlerin Hasan. Und betont: „Ich möchte mitarbeiten, wenn der Aktionsplan entsteht, wie wir bis 2035 klimaneutral werden.“

Zukunftsplanung: Vom Ziel her denken

Für die Organisator*innen des Bonn4Future-Prozesses sind Geschichten wie die von Naziha Hasan besonders berührend. „Es ist nicht selbstverständlich, dass so viele Bürger*innen sich dem Thema engagiert widmen“, weiß Mitorganisator Alex Wernke. Das vierte Klimaforum ist für ihn ein besonderes Highlight. „Wir haben lange Zeit diskutiert, Antworten auf drängende Fragen gesucht und gefunden. Das Klimaforum wird der Moment sein, in dem die Bonner*innen die Ergebnisse zusammenführen“, so Wernke.

Für die Erarbeitung des Klimaaktionsplans der Bürger*innen haben Bonn im Wandel und die Stadt Bonn ein Bürger*innen-Panel zusammengestellt, in dem 100 zufällig geloste Bürger*innen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen, Bildungshintergründen und Alter zusammen kommen. Ebenso beteiligt sind rund 50 Akteur*innen der Stadtgesellschaft (Vereine, Institutionen, Verbände etc.) sowie Mitarbeitende aus Stadtverwaltung und städtischen Betrieben. In diesem Klimaforum denken die Teilnehmenden vom Ziel her. Die Leitfrage: „Wer muss konkret was bis 2035 getan haben, damit wir im Stadtteil der Zukunft klimaneutral und gut leben können?“ – keine einfache Aufgabe für die Beteiligten. Am Ende soll ein Aktionsplan stehen, der beantwortet, wie die Bürger*innen, Politik und Verwaltung ganz konkret zur Erreichung der Klimaziele beitragen können.

Stadtteile im Fokus

Mitwirkung ist für die Mitinitiatorin Dr. Gesa Maschkowski der Schlüssel für Veränderung: „Klimawandel und steigende Energiekosten treffen alle. Mit diesem Verfahren finden wir heraus, was Bürger*innen brauchen, um vom Wissen ins Handeln zu kommen. Denn in jedem Stadtteil müssen wir die Energie- und Wärmeversorgung, die Fortbewegung und unseren Lebensalltag so organisieren, dass alle gut leben können und unabhängig von Öl und Gas sind.“

Sieben Handlungsfelder

Am 9. und 10. September werden die Teilnehmenden sich mit sieben zentralen Handlungsfeldern beschäftigen: 1. Ernährung und Landwirtschaft, 2. Wohnen in lebenswerten Vierteln mit erneuerbarer Energie und Wärme, 3. Mobilität, 4. Wirtschaft und Konsum, 5. Natur und CO2-Senken, 6. Bildung und Beteiligung und 7. Kulturwandel und Aufbruch. „Ich werde mich vor allem mit Nachhaltigkeitsbildung auseinandersetzen“, sagt Naziha Hasan. „Diese Herausforderung empfinde ich als besonders groß.“

Über Bonn4Future

Ende 2019 beschloss der Stadtrat: Bonn soll bis 2035 klimaneutral werden. Der Verein Bonn im Wandel hat in Kooperation mit der Stadt Bonn 2020 das innovative Mitwirkungsverfahren  „Bonn4Future – Wir fürs Klima“ gestartet. In vier großen Klimaforen erarbeiten die Bürger*innen gemeinsam mit Akteur*innen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen Ziele und Bausteine für den Bonner Klimaplan. Denn am Ende des Beteiligungsverfahrens soll klar sein: Wer muss was tun, damit unsere Stadt bis 2035 klimaneutral und lebenswert ist? Die Bonner*innen können sich auch unter  www.bonn-macht-mit.de mit guten Ideen beteiligen. Im Rahmen von Bonn4Future entsteht außerdem die digitale Mitmach-Plattform: „Bonn4Future – Wir machen Wandel“ für ein nachhaltiges lebenswertes Bonn:  www.bonn4future.de.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Bonn vom 5.9.22