05.07.2021 | #GIZdiskutiert: Mode mit (gutem) Gewissen – per Gesetz zu fairen Lieferketten

Neue Folge der Reihe Forum Entwicklung von GIZ, Frankfurter Rundschau und hr-iNFO

Aus Freiwilligkeit wird mit dem Lieferkettengesetz Pflicht: Deutsche Unternehmen müssen in Zukunft Menschenrechte auch bei ihren Zulieferern weltweit sicherstellen. Verstöße werden bestraft. Ein Wettbewerbsnachteil sei das, fürchten die einen. Zu lasch sei die eingeforderte Sorgfaltspflicht, kritisieren andere. Fest steht: In den Produktionsländern weckt das deutsche Gesetz Hoffnung auf ein besseres Leben.

In kaum einem Bereich treten die Herausforderungen so offen zutage wie in der Textilbranche. In Bangladesch zum Beispiel arbeiten viereinhalb Millionen Menschen in der Bekleidungsindustrie. Die Herstellung einer Jeans „Made in Bangladesh“ kostet fünf Euro. Um diesen Preis zu ermöglichen, nähen Frauen oft 14 Stunden am Tag, für einen Stundenlohn von 40 Cent.

Wie menschenwürdige Arbeitsbedingungen geschaffen und Umweltbelastungen reduziert werden, zeigt die Entwicklungszusammenarbeit. Sie bringt alle Beteiligten zusammen – von lokalen Betrieben über Ministerien, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft bis zu internationalen Modemarken. Dieses freiwillige Miteinander weist den Weg, wie eine Sorgfaltspflicht im Sinne des deutschen Lieferkettengesetzes gelingen kann.

Was wird für Menschenrechte und Umweltschutz entlang globaler Lieferketten getan? Warum reichen freiwillige Maßnahmen nicht? Wer profitiert vom neuen Gesetz? Welche Folgen hat die Sorgfaltspflicht für deutsche Firmen und lokale Betriebe? Ist sie Vorbild für EU-weite Regelungen?

Darüber diskutieren diese Gäste beim nächsten Forum Entwicklung:

Dr. Maria Flachsbarth, Bundesentwicklungsministerium, Parlamentarische Staatssekretärin
Nanda Bergstein, Tchibo, Direktorin für Unternehmensverantwortung
Dr. Sabine Ferenschild, Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene, Expertin für Lieferketten
Marc Beckmann, GIZ, Programmleiter für nachhaltige Textilindustrie in Asien

Moderation: Tobias Schwab, Frankfurter Rundschau

Die Veranstaltung findet am Montag, den 5. Juli 2021 von 19:00 bis 20:30 Uhr im Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main statt.

Gemäß der geltenden Corona-Bestimmungen ist die zugelassene Anzahl der Gäste begrenzt. Wenn Sie die Veranstaltung vor Ort besuchen möchten, melden Sie sich bitte vorab an: www.fr.de/anmeldung (Stichwort: Mode). Der Eintritt ist frei.

Oder folgen Sie der Live-Übertragung im Internet. Den Zugangslink finden Sie am Tag der Veranstaltung hier.

Die Diskussion wird über Microsoft Teams übertragen und kann in allen gängigen Browsern verfolgt werden. Sie müssen Microsoft Teams dafür nicht herunterladen.

Weitere Informationen

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), 25.06.2021