04.-05.05.2021 | DIE: Zu Hebeln gewendet? Gesprächsreihe zu auswärtigen Politiken für die Ziele nachhaltiger Entwicklung

Um die international vereinbarten Nachhaltigkeits- und Klimaziele zu erreichen, müssen Deutschland und die Europäische Union (EU) die externen Wirkungen ihrer eigenen Wirtschafts- und Lebensweisen sowie ihre auswärtigen Beziehungen und Kooperationen so umgestalten, dass diese Ziele auch in anderen Ländern unterstützt und erreicht werden. Die Covid-19 Pandemie und ihre Folgen haben die Zusammenhänge von innergesellschaftlichen und internationalen Entwicklungen zusätzlich unterstrichen.

Die am 10. März 2021 von der Bundesregierung beschlossene überarbeitete Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie nimmt stärker als bisher internationale Verantwortung und Zusammenarbeit in den Blick. Dies zeigt sich in zusätzlichen international orientierten Zielindikatoren und ausführlicheren Abschnitten zu auswärtigen Politikbereichen. Insbesondere benennt die Strategie Internationale Verantwortung und Zusammenarbeit als einen von fünf wichtigen Hebeln Governance; Gesellschaftliche Mobilisierung und Teilhabe; Finanzen; Forschung, Innovation und Digitalisierung; Internationale Verantwortung und Zusammenarbeit zur Unterstützung der sechs zentralen Transformationen (Wenden) Menschliches Wohlbefinden und Fähigkeiten, soziale Gerechtigkeit; Energiewende und Klimaschutz; Kreislaufwirtschaft; Nachhaltiges Bauen und Verkehrswende; nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme; schadstofffreie Umwelt. Anknüpfend an den Global Sustainable Development Report (GSDR 2019) und den Europäischen Green Deal fokussiert die Bundesregierung auf solche Transformationen und Hebel, die sie für Fortschritte bei der Umsetzung der 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung als besonders relevant einstuft.

Im Rahmen des von SDSN Germany zusammen mit Partnern durchgeführten Konsultativprozesses zur Weiterentwicklung der deutschen Nachhaltigkeitspolitik fokussiert die Gesprächsreihe zum Hebel Internationale Verantwortung und Zusammenarbeit auf die Gestaltung der Beziehungen und Kooperationen mit anderen Ländern, bilateral und multilateral. Die Gesprächsreihe soll ausleuchten, wo die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie in diesem Bereich steht, auf was es beim Hebel Internationale Verantwortung und Zusammenarbeit besonders ankommt und welche die wichtigsten Stellschrauben für die nächsten Jahre sind. Internationale Verantwortung und Zusammenarbeit als Hebel von Nachhaltigkeitspolitik umfasst insofern

(a) eine Regulierung und Förderung insbes. des wirtschaftlichen Austausches mit anderen Ländern,

(b) eine auf Veränderungsprozesse zielende internationale Zusammenarbeit mit reicheren wie ärmeren Ländern und

(c) eine auf die Nachhaltigkeitsziele ausgerichtete Gestaltung der politischen Beziehungen zu anderen Ländern.

Die Gesprächsreihe soll deshalb in einem „Dreisprung“ und durchaus im Verbund die Themen Umgestaltung von Außenwirtschaft und Lieferketten, Paradigmenwechsel für die internationale Zusammenarbeit und Außenpolitik für nachhaltige Entwicklung beraten. Dabei werden sowohl die Rolle dieses Hebels für einzelne Wenden als auch seine Beziehung zu anderen Hebeln angesprochen.

Die moderierten Gespräche finden in überschaubaren Runden statt. Für die Impulsbeiträge werden Expert*innen sowohl aus dem Netzwerk von SDSN Germany als auch darüber hinaus gewonnen. Ressortvertreter*innen werden zu den kurz- und mittelfristigen Perspektiven aus ihrer Sicht beitragen. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Gesprächsreihe werden weitere Schritte abgesteckt.

Empfehlungen aus dem Konsultativprozess zur deutschen Nachhaltigkeitspolitik sollen auch in die nächsten Koalitionsverhandlungen und den Beginn der Arbeit der nächsten Bundesregierung einfließen und damit die erste Hälfte der „Decade of Action“ für die Umsetzung der 2030 Agenda und das Erreichen der Sustainable Development Goals (SDGs) mitgestalten.

Bitte melden Sie sich für die Veranstaltungsreihe (oder einzelne ihrer Teile) bis zum 27. April 2021 unter registration@sdsngermany.de an.

Weitere Informationen

Quelle: Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), 26.04.2021