FONA | Forschende untersuchen Klimawandelfolgen in Nord- und Ostsee

Nord- und Ostsee sind durch die Klimakrise und wachsenden Nutzungsdruck massiven Umweltveränderungen ausgesetzt. Die negativen Folgen – etwa für Gewässerqualität, Küstenschutz und Fischerei – stehen im Fokus des Verbundes „Küstenforschung Nordsee-Ostsee“ (KüNO), der seit 2013 wissenschaftliche Grundlagen für ein nachhaltiges Küstenmanagement erarbeitet.

Zur virtuellen Auftaktveranstaltung der Förderphase III des KüNO-Verbundes tauschten sich am 15. und 16. März 2021 rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu den neuen Forschungsvorhaben aus. Die neuen Projekte fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis 2023 mit rund 10,5 Mio. Euro. Neben Expertinnen und Experten der großen deutschen Meeresforschungseinrichtungen in Bremerhaven, Geesthacht, Hamburg, Kiel, Rostock und Wilhelmshaven nahmen auch Forschende aus verschiedenen Universitäten, Behörden, Wirtschafts- und Umweltinstituten teil. Die Tagung wurde vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) koordiniert.

Der Fokus der Projekte liegt, wie in den beiden vorherigen Förderphasen, auf der Erarbeitung von praxisnahen Lösungsansätzen für Fischerei, Wirtschaft, Tourismus sowie Politik und Verwaltung, die zunehmend mit den Folgen von Klimawandel, sich verändernden Nährstoffeinträgen, Schadstoffbelastung und weiteren Facetten der Intensivnutzung von Nord- und Ostsee zu kämpfen haben. Die Probleme sind vielfältig: Dazu gehören etwa der drastische Rückgang verschiedener Fischbestände, die zunehmende Gefahr von Sturmfluten oder massive Algenblüten, die die Attraktivität der touristisch genutzten Küstenbereiche beeinträchtigen.

„Wir wollten bei diesem Treffen den Austausch im Verbund voranbringen – pandemiebedingt ist dies wichtiger denn je“, erläutert Prof. Ulrich Bathmann, IOW-Direktor und Sprecher des KüNO-Verbundes das Anliegen der Tagung. „Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen sich vernetzen und diejenigen kennenlernen, die in anderen Projekten mit ähnlichen Methoden oder an verwandten Themen arbeiten.“ Außerdem ist ein Austausch mit Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Politikberatung und Forschungsförderung zu gelungenen Beispielen der Zusammenarbeit von Forschenden und Anwenderinnen und Anwendern geplant. Diese sollen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Ideen und Anregungen für ihre Arbeit mitgeben. „In den Forschungsprojekten werden die jeweiligen ‚Endnutzer‘ der Ergebnisse, wie z.B. Behörden, Verbände und Kommunen, schon frühzeitig eng in die Forschung eingebunden, damit auch wirklich nützliche, umsetzbare Werkzeuge und Handlungsempfehlungen für nachhaltiges Management entstehen. Eine solche Zusammenarbeit bietet große Chancen für alle Seiten“, so Bathmann weiter.

Verbund „Küstenforschung Nordsee-Ostsee“ (KüNO)

Der KüNO-Verbund geht mit den aktuell gestarteten Projekten in seine dritte Runde. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Forschung in diesem Verbund seit 2013 im Rahmen der Forschungsstrategie „Forschung für Nachhaltigkeit“ (FONA). Daraus entstanden mehrere Werkzeuge, die Behörden zur Planung von Maßnahmen zum Gewässer- und Küstenschutz bereits verwenden – beispielsweise digitale Atlanten, die Habitate und die dort lebenden Organismen-Gemeinschaften kartieren, und deren Informationen kostenfrei im Internet abgerufen werden können. Eine Übersicht über die sieben Projekte der im November 2020 gestarteten dritten KüNO-Förderphase sowie weiterführende Informationen gibt es auf der KüNO-Webseite.

Weitere Informationen

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung; Unterabteilung Nachhaltigkeit, Zukunftsvorsorge (FONA), 15.03.2021