GIZ | Maskenproduktion und Modekollektionen – Sansibars Weg durch die Krise

Die weltweiten Reisebeschränkungen treffen Sansibars Tourismusbranche hart. Mit kreativen Lösungen können lokale Unternehmen dennoch überleben.

Sansibar ist das am stärksten wachsende Tourismusziel in Afrika. Mehr als 500.000 Gäste kommen jährlich auf die Insel vor der Küste Tansanias. Entsprechend wichtig ist die Branche für die Wirtschaft: Rund 70.000 Arbeitsplätze hängen davon ab. Die Corona-Pandemie hat den Tourismus jedoch zum Erliegen gebracht und gefährdet nicht nur Hotels und Gaststätten, sondern auch die Einnahmen vieler Unternehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH berät betroffene Firmen vor Ort dabei, neue Einkommensmöglichkeiten zu finden, Arbeitsplätze zu erhalten und ihre Mitarbeitenden vor der Pandemie zu schützen.Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert die GIZ bereits seit 2017 kleine und mittelständische Unternehmen in der Region, darunter auch Zanzibar Apparel. Der Textilbetrieb produziert Kleidung, die bislang an Tourist*innen verkauft wurde. Nun ist das Unternehmen mit Beratung der GIZ auf die Maskenproduktion umgestiegen: „Dank des GIZ-Netzwerks können wir hochwertige Masken zu einem guten Preis herstellen“, sagt Geschäftsführer Hussain Adnan Halai.

Seither hat Zanzibar Apparel mehr als 30.000 wiederverwendbare Masken produziert und diese über Apotheken vor Ort vertrieben. Durch die Umstellung der Produktion konnte das Textilunternehmen fast alle Arbeitsplätze erhalten. Mitarbeitende erhielten zudem Hygienetrainings sowie Unterkunft und Verpflegung, um sie vor Infektionen zu schützen. Der Betrieb plant nun Schutzanzüge für Hotelangestellte herzustellen, die den Standards der Weltgesundheitsorganisation entsprechen. Auch das Kleidungsgeschäft will Zanzibar Apparel weiter ausbauen. Einerseits ist geplant, Kleidung für den internationalen Vertrieb online anzubieten, gleichzeitig will das Unternehmen auch eine Kollektion entwerfen, die eher auf den Geschmack der lokalen Bevölkerung zugeschnitten ist.

Sansibar hat flexibel auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie reagiert. Dennoch hoffen die Menschen dort weiterhin auf eine Rückkehr der Tourist*innen. Um ihnen eine sichere Anreise zu ermöglichen, hat die GIZ die Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC) dabei unterstützt, ein Hygienekonzept für den Flugverkehr zu entwickeln: Sansibars Flughafen war der erste in der Region, dessen Personal Schulungen für den sicheren Umgang mit Fluggästen erhielt.

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Quelle: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), 12.08.2020