GIZ | Ausbildung in Zeiten des Coronavirus: Zwischen Filmstudio und E-Learning

Weltweit führt Covid-19 zu Schulschließungen und Herausforderungen im Bildungssystem. Mit neuen Lernformen bleiben Auszubildende in Armenien und Serbien auf Kurs.

Das duale Ausbildungssystem ist ein deutscher Exportschlager. Armenien und Serbien gehören zu den Ländern, in denen die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH die Einführung des dualen Systems unterstützt. In Zeiten von Corona-bedingten Schulschließungen hilft die GIZ nun dabei, dass Lehrlinge ihre Berufsausbildung dennoch fortsetzen können.
Bereits seit 2017 arbeitet die GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Armenien in der Berufsbildung. Gemeinsam mit einer Organisation für Fernunterricht entwickelt und implementiert die GIZ E-Learning-Angebote. Auch in Armenien wurden aufgrund des Coronavirus ein landesweiter Lockdown erlassen und Schulen geschlossen. Das Projekt reagierte schnell: eine für Ende des Jahres geplante Fortbildung für Berufschullehrer*innen und Ausbilder*innen wurde vorgezogen. Schon im März absolvierten 150 Teilnehmer*innen die Fortbildung, um speziell angepasste E-Learning-Inhalte zu konzipieren und Unterrichtsmethoden zu erweitern. Auch speziell konzipierte Online-Kurse, in denen Berufschüler*innen ihre unternehmerischen Fähigkeiten ausbauen können, wurden wegen der Schulschließungen früher als geplant ausgerollt. Mit den dort vermittelten Kenntnissen haben Auszubildende nach der Lehre mehr Optionen: sie können als Angestellte im Betrieb bleiben oder aber ihren eigenen Betrieb eröffnen. 
Auch in Serbien unterstützt die GIZ das serbische Bildungsministerium in seinen Anstrengungen, während der Schulschließungen ein Bildungsangebot aufrechtzuerhalten. In Belgrad und Sobotica wurden zwei Klassenräume mit Unterstützung der GIZ zu Filmstudios umgebaut. Dort nehmen jetzt betriebliche Ausbilder*innen und Berufsschullehrkräfte Unterrichtseinheiten in serbischer und ungarischer Sprache auf. Die Räumlichkeiten können auch dazu genutzt werden allgemeinen Schulunterricht aufzuzeichnen. Die angeschafften Smart-Boards, Projektoren und interaktiven Bildschirme unterstützen dabei. Auszubildende und Schüler*innen können die Einheiten anschließend auf der staatlichen E-Learning-Plattform abrufen. Damit auch Lehrlinge ohne Internetzugang von diesem Angebot profitieren, werden die Unterrichtseinheiten auch täglich im staatlichen Fernsehen ausgestrahlt.

Die Kompetenzen der Lehrkräfte und die technische Ausstattung ermöglicht die Ausbildung auch zu Corona-Zeiten fortzusetzen. Sie bleiben aber auch langfristig erhalten und unterstützen innovatives Lehren und Lernen.

Weitere Informationen

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), 09.06.2020