GIZ | SEEG: Mit der Berliner Charité im Covid19-Einsatz

Experten der Berliner Charité und der SEEG unterstützen lateinamerikanische Länder im Kampf gegen Corona. Die Hilfe der Einsatzgruppe ist so gefragt wie nie.

Das Team rund um den Mikrobiologen Michael Nagel ist im Dauereinsatz. „Es prasseln so viele Anfragen wie noch nie auf uns ein“, erklärt Nagel, der für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH arbeitet. „Im Augenblick vor allem aus Afrika und Lateinamerika.“ Als Mitglied der Schnell Einsetzbaren Expertengruppe Gesundheit (SEEG), einem Team von Gesundheitsexperten, die bei Ausbrüchen von Infektionskrankheiten mit Ausrüstung und Wissen vor Ort helfen, organisiert und begleitet er weltweit Einsätze. Diese Woche reist die SEEG mit Wissenschaftlern der Berliner Charité nach Peru. Lateinamerika ist einer der Brennpunkte der Pandemie. Neben Peru haben bereits Kolumbien, Ecuador, Costa Rica, Mexiko und Honduras angefragt.

Die Experten aus Deutschland beraten die Länder. Und helfen direkt vor Ort. Dazu bringen sie Material mit – in Kolumbien hatten sie 800 Testkits im Gepäck, mit denen Massentests mit 80.000 Menschen durchgeführt werden können. Und sie richten Labore ein, in denen sie medizinisches Personal schulen, Testkits zu nutzen und mitgebrachte Ausrüstung einzusetzen.

Neben der Diagnostik spielt auch das soziale Umfeld für die Eindämmung der Pandemie eine Rolle. Daher begleitete das SEEG-Team in Bogota Mitarbeiter*innen des dortigen Gesundheitsamts und befragte mit ihnen Anwohner eines Viertels, um sich ein Bild von Lebensgewohnheiten zu machen.

Die Experten der GIZ kümmern sich zunächst um die Logistik. Beispielsweise müssen nach Peru 1.000 Testkits, mit denen Massentests für 100.000 Menschen möglich sind, mitgebracht werden. Oft kommt Laborausstattung mit Großgeräten dazu. Die Hilfe hört mit Lieferung und Schulungen nicht auf: Die Experten beraten auch zu Diagnose-Strategien und erstellen anhand der vor Ort gesammelten Einschätzungen Handlungsempfehlungen.

Initiiert wurde die SEEG vor fünf Jahren als Reaktion auf die Ebola-Krise durch das Bundesentwicklungsministerium und das Bundesgesundheitsministerium. Fragt ein Land bei akutem Infektionsgeschehen deutsche Unterstützung an, stellt ein bei der GIZ angesiedeltes Kernteam mit dem Bernard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) und dem Robert Koch-Institut (RKI) Experten für den schnellen Einsatz vor Ort zusammen. Seit Ausbruch der Coronapandemie ist das Team von Prof. Jan Felix Drexler des Instituts für Virologie der Berliner Charité mit dabei.

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Weitere Eindrücke vom Einsatz der SEEG in Kolumbien (englisch)

Schnelle Hilfe in der Pandemie: „Wir arbeiten unter Hochdruck“

Projekt: Schnell Einsetzbare Expertengruppe Gesundheit (SEEG): Im Einsatz gegen Epidemien

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, 23.06.2020