GIZ | Kambodscha: Schnelle Hilfe für die Ärmsten

Das Coronavirus droht die Armut in Kambodscha weiter zu verstärken. Doch mit Hilfe einer Datenbank erhalten die Menschen nun schnelle Unterstützung.

Nur 130 Erkrankte, keine Todesfälle. Auf den ersten Blick könnte der Eindruck entstehen, dass das Coronavirus Kambodscha bislang weitgehend verschont hat. Doch die wirtschaftlichen Auswirkungen sind dafür umso deutlicher zu erkennen: Der ausbleibende Tourismus sorgt für große Ausfälle und viele der wirtschaftlich wichtigen Nähereien wurden geschlossen, weil Waren nicht mehr exportiert werden können.

Die Krise trifft die Ärmsten der rund 16 Millionen Einwohner*innen in besonderem Maße. Etwa 15 Prozent der Bevölkerung lebten bereits vor der Pandemie unterhalb der Armutsgrenze. Sie erhalten nun schnelle finanzielle Hilfe. Verteilt wird sie über eine Datenbank, die die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH gemeinsam mit der kambodschanischen Regierung aufgebaut hat.

Die GIZ arbeitet im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) und mit Unterstützung des australischen Außenministeriums (DFAT) schon seit 2006 für die Armutsbekämpfung im Land. Dafür hatte die GIZ die Plattform IDPoor aufgebaut. Dahinter steckt ein System, das nach einfachen und einheitlichen Kriterien die ärmsten Menschen im Land erfasst. Gemeindevertreter*innen holen die Daten in Befragungen ein. Schon vor der Pandemie erhielten Hilfsbedürftige so eine kostenlose Gesundheitsversorgung und Zugang zu sauberem Trinkwasser, für Kinder gibt es kostenloses Schulessen. Diese Datenbasis nutzt das kambodschanische Sozialministerium nun, um Hilfsbedürftige in der Pandemie auch finanziell zu unterstützen. 2,3 Millionen Menschen in 560.000 Haushalten werden in den nächsten sechs Monaten finanziell unterstützt.

Auf die Pandemie reagierte IDPoor schnell und flexibel: Nun können sich die Menschen selbst bei den Kommunalverwaltungen melden und so deutlich schneller erfasst werden. Geplant war eine schrittweise Einführung dieser Erweiterung bis 2022. Im Zuge des Coronavirus wurde sie aber innerhalb von nur zwei Monaten umgesetzt. So konnten Ende Mai innerhalb von zehn Tagen 50.000 zusätzliche Menschen in das System aufgenommen werden. Entscheidend für den großen Nutzen in der Pandemie war aber die langfristige systematische Arbeit, mit der IDPoor aufgebaut wurde, die nun eine schnelle Anwendung ermöglicht hat.  Die ersten Auszahlungen laufen ab sofort an, ab Ende des Monats sollen die Menschen die ersten Raten erhalten.

Projekt: Identifizierung armer Haushalte

Weitere Informationen

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), 24.06.2020