GIZ | Meister auf globaler Walz: Von Wissenstransfer, 3D-Druck und Gründern in Ruanda

Mit der Fortbildung zum „Internationalen Meister“ tragen deutsche Fachkräfte ihr Wissen in die Welt.

Im Alltag ist Matthias von Cyrson Maschinenbautechniker bei der Evonik AG und betreut in Marl im Ruhrgebiet junge Auszubildende. Privat reist er gerne, um neue Kulturen kennenzulernen. Als sein Unternehmen ihm die Chance bot, beides zu verbinden, musste er nicht lange überlegen: „Mein Wissen auch in anderen Ländern zu vermitteln und gleichzeitig neue Länder und neue Menschen kennen zu lernen, war eine hervorragende Gelegenheit.“ 

Das Fortbildungsprogramm „Internationaler Meister“ qualifiziert erfahrene Meister*innen aus Industrie und Handwerk speziell für den Einsatz in der internationalen Zusammenarbeit. Das Netzwerk umfasst derzeit rund 60 Handwerker*innen aus unterschiedlichen Gewerken. Teil des Programms ist ein Praxiseinsatz in Projekten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) im Ausland.  Entwickelt und durchgeführt wird die Fortbildung von der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main gemeinsam mit dem EZ-Scout Programm der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Das EZ-Scout Programm platziert im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) Expert*innen an Industrie- und Handelskammern sowie Branchen- und Dachverbänden. Sie beraten zu den Förder- und Kooperationsmöglichkeiten zwischen Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit und entwickeln gemeinsam mit den Unternehmen Ideen zu konkreten Projekten.

Der Praxiseinsatz führte Matthias von Cyrson als Experten für 3D-Drucker nach Ruanda. In Kigali hat die Westerwelle Foundation mit Unterstützung der Evonik Stiftung ein Gründerhaus eröffnet. Hier hat von Cyrson junge Menschen an 3D-Druckern geschult. Dafür entwickelte er ein spezielles zweitägiges Grundlagentraining. Ein großer Teil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kam aus Start-Ups, von denen es in dem jungen Land viele gibt. Bei ihnen stieß er mit seinem Wissen auf großes Interesse: „Die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort war hervorragend. Der Unternehmergeist und der Wissensdurst waren für mich sehr inspirierend. Interessant zu sehen war, dass die meisten Jungunternehmer*innen nicht ihren persönlichen Profit an erster Stelle sahen, sondern den Nutzen für ihre Heimat.“

Durch den Internationalen Meister werden gefragte Fähigkeiten aus dem Handwerk im Ausland verfügbar. Das gewonnene Wissen ermöglicht es, vor Ort Ausbildungsgänge aufzubauen und weiterzuentwickeln. Und auch die Internationalen Meister*innen bauen bei ihren Besuchen im Ausland Netzwerke und Partnerschaften auf, die Potenzial für Folgeaufträge bieten.

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Quelle: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), 20.03.2020