LAG 21 NRW: Interview mit Dr. Anke Valentin (WILA Bonn)

Was bewegt die LAG-21-Mitglieder? Wie setzen sie sich für mehr Nachhaltige Entwicklung ein? Heute antwortet Dr. Anke Valentin, Geschäftsführerin des Wissenschaftsladen Bonn (WILA Bonn).

Frau Valentin, wenn Sie aus Ihrem Bürofenster schauen, dann sehen Sie…

…einen begrünten Innenhof und den Ausgang aus diesem Hof auf eine Wohnstraße. Dier vierspurige Straße vor unserer Tür sehe und höre ich glücklicherweise nicht.

Wie leben Sie selbst Nachhaltigkeit im Alltag?

Ich versuche, bewusst zu leben und auch Alltagsentscheidungen bewusst zu treffen. Da ich als Ausgleich zum Büroalltag ziemlich viel Bewegung im Freien und Sport in meinen Alltag einbaue, hat jedes noch so kleine Fleckchen Natur für mich als Stadtmensch einen besonders hohen Wert.

Was leistet der WILA Bonn für eine Nachhaltige Entwicklung?

Der WILA Bonn beschäftigt sich thematisch mit einem breiten Spektrum gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen. Unsere Kompetenz liegt hier vor allem in der Methodenauswahl und -entwicklung, um Wissenschaft und Praxis zusammenzubringen. Im WILA arbeiten über 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und demzufolge sitzen wir an vielen Themen.

Wo liegen aktuell die Schwerpunkte?

Einer der Schwerpunkte liegt derzeit sicherlich im Komplex „Natur in der Stadt“, wobei wir sowohl mit Hochschulen und Kommunen als auch mit Unternehmen, Wohnungsbaugesellschaften und Privatpersonen daran arbeiten, die Grünpotenziale in der kompletten Stadt auszuschöpfen. Im Idealfall verbessern wir dadurch die biologische Vielfalt, die Aufenthaltsqualität und nicht zuletzt die Klimaresilienz.

Ein anderer Schwerpunkt liegt bei uns im Bereich „green jobs“. Hier möchten wir Akteure vernetzen, den Berufseinstieg erleichtern und Transparenz schaffen.

Als Querschnitt dazu können unsere Bildungsaktivitäten gesehen werden, in denen wir beispielsweise Trainings zu globalem Lernen und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) anbieten. In den letzten beiden Jahren konnten wir 150 Kitas nach erfolgreichem Durchlaufen solcher Trainings als Nachhaltige Kitas auszeichnen – um mal ein Beispiel aus dem Anfang der Bildungskette zu nennen.

Wo liegen die besonderen Herausforderungen im Bereich BNE?

Ich würde sagen, die hauptsächlichen Herausforderungen liegen in der langfristigen Verankerung im Bildungssystem und in den Lernmethoden. Daher arbeiten wir in der Regel mit den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren – sprich mit Fachberatungen, Erzieher*innen, Lehrer*innen und Weiterbildungsinteressierten. Es reicht eigentlich nicht, eine Einzelaktion mit einer Schulklasse oder einer anderen Gruppe durchzuführen. Vielmehr muss BNE sowohl inhaltlich als auch methodisch verankert werden.

WILA Bonn ist Mitglied bei der LAG 21 NRW, weil…

…nachhaltige Entwicklung einen Treiber braucht und weil durch die LAG 21 NRW zahlreiche Nachhaltigkeitsakteure an einem Strang ziehen, deren Energie als Einzelkämpfer*innen viel zu leicht versanden würde.

Ihr nächster wichtiger Termin?

Hinweisen möchte ich auf jeden Fall auf unsere Tagung am 3.09.2019 „NACHHALTIGE STADTENTWICKLUNG. Gemeinsam mit Unternehmen zu mehr Natur in der Stadt“: http://www.gewerbegebiete-im-wandel.de/index.php/aktuelles/95-abschlusstagung

Und wer in Bonn wohnt, kann sich bis zum 14.11.2019 auch noch am Crowdmapping beteiligen, mit dem wir für den nächsten heißen Sommer „coole“ und „uncoole“ Plätze suchen: www.klimnet.de

Frau Valentin, wir danken Ihnen für die Antworten!

Die Fragen stellte die LAG-21-NRW-Pressestelle.

Quelle: Aktuelles Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V., Juli 2019