FEMNET: H&M Hauptversammlung – Existenzlohn statt Dividende!

Am 7. Mai können die Aktionär*innen von H&M über einen radikalen Schritt zur Beendigung der Armut der Arbeiter*innen in H&Ms Lieferketten abstimmen: Die Kampagne für Saubere Kleidung hat für die Aktionärshauptversammlung des Fast Fashion Konzerns den Antrag eingereicht, den Bilanzgewinn nicht als Dividende auszuschütten, sondern in einen Lohnfonds für Arbeiter*innen zu überführen, die diesen Gewinn erarbeitet haben, aber dafür nur Armutslöhne erhalten haben. Das wäre eine konstruktive Antwort auf die Forderung von über 175.000 H&M Kund*innen aus der ganzen Welt nach gerechten Arbeitsbedingungen und existenzsichernden Löhnen für die Arbeiter*innen.

„Wir fordern die Aktionär*innen auf, gegen den Profit auf Kosten ausgebeuteter Arbeiter*innen zu stimmen. Wenn sie diesen Antrag auf der bevorstehenden Hauptversammlung annehmen, könnte H&M endlich seiner Verantwortung für die Menschenrechte in seinen Lieferketten gerecht werden, zumindest, was die Löhne angeht“, sagt Neva Nahtigal vom internationalen Büro der Kampagne für Saubere Kleidung. Bisher verdienen Arbeiter*innen bei H&M-Zulieferern nicht einmal genug, um ihre Grundbedürfnisse zu decken, obwohl H&M schon 2013 versprochen hatte, bis 2018 für einen existenzsichernden Lohn für 850.000 Arbeiter*innen zu sorgen. Wie die Recherchen der Kampagne für Saubere Kleidung im Zuge der #TurnAroundHM-Kampagne ergaben, lagen die Löhne, etwa in einer rumänischen Zulieferfabrik, teils bei lediglich 9% eines existenzsichernden Lohns.

Zeitgleich werden Vertreter*innen der Kampagne eine Petition mit über 175.000 Unterschriften an H&Ms CEO Karl-Johan überreichen. Die Petition hatte über 30.000 Kommentare und eine lebhafte Diskussion in den sozialen Medien unter #TurnAroundHM hervorgerufen.

Auch in Bonn fand im November 2018 im Rahmen einer internationalen Aktionswoche eine Protestaktion junger FEMNET-Aktivistinnen statt, die mit einem Aktionstheater gegen die niedrigen Löhne in Zuliefererfabriken von H&M demonstrierten. Im Rahmen der internationalen Kampagne „Krieg die Kurve H&M“ bzw. „Turn around H&M“ der Kampagne für Saubere Kleidung erinnern Aktivist*innen weltweit den Konzern seit einem Jahr intensiv an sein Versprechen von 2013, seinen Näher_innen bis 2018 bessere Löhne zahlen zu wollen. FEMNET hat die Kampagne als Trägerorganisation der Kampagne für Saubere Kleidung unterstützt.

Quelle: Pressemitteilung FEMNET e.V., 06.05.2019