Südwind: Taz-Beilage „Neue Geber. Neue Impulse. Neue Entwicklungsagenda"

Anlässlich der im September 2014 abgehaltenen 69. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York hat SÜDWIND am 15. September 2014 eine durch Engagement Global finanzierte Beilage in der Tageszeitung „taz“ mit dem Titel „Neue Geber. Neue Impulse. Neue Entwicklungsagenda“ veröffentlicht. Der Schwerpunkt der Beilage liegt auf der Vorstellung neuer Geber für die Umsetzung einer neuen Entwicklungsagenda nach dem Jahr 2015. Dabei geht es auch um bisher relativ unbekannte innovative Finanzierungsinstrumente, globale Gemeinschaftsgüter und die Rolle des Privatsektors für die Finanzierung von Entwicklungszusammenarbeit.

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Weitere Veröffentlichungen und Projekte sind im Südwind-Newsletter 3-14 aufgeführt.

Neue Veröffentlichungen

Bio-Baumwolle: Eine Perspektive für afrikanische FarmerInnen & Afrikas weißes Gold – Frauenarbeit im Baumwollanbau

Die beiden von Engagement Global, der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Stiftung Apfelbaum geförderten, kürzlich erschienenen Fact-Sheets knüpfen an die im Juni von SÜDWIND veröffentlichte Studie „Afrikas weißes Gold. Ein moderner Dreieckhandel. Afrikanische Produktion – chinesische Verarbeitung – europäischer Konsum“ an.

Das Fact-Sheet „Afrikas weißes Gold – Frauenarbeit im Baumwollanbau“ zeigt auf, dass Frauen zwar weltweit die Mehrheit der Baumwoll-PflückerInnen bilden und auf allen Arbeitsebenen in der Baumwollproduktion involviert sind, jedoch im Kontext männlich dominierter Strukturen nur über geringe Entscheidungskompetenzen und eingeschränkte Landrechte verfügen. Somit sind Frauen nach wie vor nicht angemessen an den Gewinnen und den Entscheidungsprozessen im Baumwollanbau beteiligt. Auch ihre Bezahlung liegt im Durchschnitt in allen Tätigkeitsbereichen ca. 20 % unterhalb des Lohnes der Männer. Nischenmärkte wie Fairtrade- oder Biobaumwolle hingegen fördern die Unabhängigkeit und Wertschätzung von Frauen. Initiativen, die sich für Armutsbekämpfung durch den Anbau von Baumwolle einsetzen, sollten auch dazu beitragen, die Rolle der Frauen im Baumwollanbau zu stärken.

In vielen Ländern Sub-Sahara-Afrikas geht der Anbau von Baumwolle noch immer mit Umweltbelastungen und enormen sozialen Missständen einher. Das Fact-Sheet „Bio-Baumwolle: Eine Perspektive für afrikanische FarmerInnen“ beleuchtet die vielversprechende Perspektive, die der kontrolliert biologische Anbau (kbA) von Baumwolle bietet. Im Gegensatz zum konventionellen Anbau handelt es sich um ein ganzheitliches Produktionssystem, das die Gesundheit der Böden, Pflanzen, Menschen und Tiere bewahrt und lokale Kreisläufe nutzt. Die ProduzentInnen brauchen zum Ausbau des kbA-Anbaus vor allem Unterstützung, Schulung und Beratung sowie einen stabilen Absatz. Wichtig sind Rahmenbedingungen im internationalen Handel, die die FarmerInnen vor den negativen Auswirkungen stark schwankender Weltmarktpreise für Baumwolle schützen. Das Fact-Sheet führt zudem die gängigsten Nachhaltigkeitsansätze im kbA-Anbau an: Fairtrade, „Cotton made in Africa“ und die „Better Cotton Initiative“.

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Jenseits von Mikrokrediten. Geldanlagen und Entwicklungsförderung

Im Kontext der bereits veröffentlichten Studie zu den BRICS-Ländern fragt SÜDWIND in einer weiteren Studie mit dem Titel „Jenseits von Mikrokrediten. Geldanlagen und Entwicklungsförderung“ nach möglichen neuen Formen der Entwicklungszusammenarbeit. Auch jenseits von bereits bekannten Mikrofinanzanlagen bieten beispielsweise Finanzdienstleister zunehmend Anlagemöglichkeiten an, die einen Beitrag zur Entwicklung leisten sollen. Was verbirgt sich hinter Schlagworten wie „Impact Investment“, „Green Bonds“ und „Finanzielle Inklusion“? Diese von Engagement Global und der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen finanzierte Studie erklärt die neuen Anlagemodelle und ihre Wirkung und diskutiert Chancen und Grenzen des neuen Ansatzes. Die Studie wurde am 22. September 2014 in der Deutschen Welle vor rund 50 Personen vorgestellt und diskutiert. Auf dem Podium waren staatliche VertreterInnen, ein Pensionsfondsmanager und weitere EntwicklungsexpertInnen vertreten. Ein Mitschnitt der Veranstaltung steht als Audio-Datei zur Verfügung.

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Partnerschaft auf Augenhöhe? Die Rolle Chinas in Afrika

Im Rahmen des von Engagement Global, der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Stiftung Apfelbaum finanzierten Projekts über die Auswirkungen des verstärkten chinesischen Engagements auf dem afrikanischen Kontinent befindet sich eine zweite Studie mit dem Titel „Partnerschaft auf Augenhöhe? Die Rolle Chinas in Afrika“ im Druck. Darin geht es vor allem um die Auswirkungen des Ausbaus der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen Afrika und China. Das Reich der Mitte hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Handelspartner Afrikas entwickelt. Ein wichtiger Grund für die Investitionen Chinas in Afrika bleibt der Drang nach Rohstoffsicherung, was sich nicht nur in der Handelsstruktur, sondern auch in den Investitionsvolumina widerspiegelt: die größten Summen fließen in Projekte im Primärsektor oder im Bereich Infrastruktur. Immer wieder ist das Engagement Chinas dabei in die Kritik geraten. Vor allem die Tatsache, dass China auch Kredite an Regime vergeben hat, die menschenrechtliche Grundprinzipien missachten, stand häufig im Zentrum dieser Kritik. Aber Chinas Engagement darf nicht so einseitig betrachtet werden. Vor diesem Hintergrund hat SÜDWIND für verschiedene Sektoren (Rohstoffe, Infrastruktur und verarbeitende Industrie) untersucht, was die Investitionen Chinas in Afrika bewirken können.

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Szenarien für verstärkte EU-Geberkoordinierung: Wie viel Koordinierung ist sinnvoll?

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) hat SÜDWIND ein Briefing Paper mit dem Titel „Szenarien für verstärkte EU-Geberkoordinierung: Wie viel Koordinierung ist sinnvoll?“ erstellt. Die Notwendigkeit einer besseren Koordinierung der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) der Europäischen Union (EU) wird von den meisten Akteuren aus Wissenschaft und Praxis nicht in Frage gestellt. Sie ergibt sich aus der Fragmentierung und Ausweitung der öffentlichen EZ, die in jüngster Zeit trotz der Rufe nach einer stärkeren Harmonisierung und Arbeitsteilung deutlich zugenommen hat. In den vergangenen zehn Jahren hat die EU eine Reihe guter technischer Lösungen zur Überwindung der Fragmentierung entwickelt. Die größten Herausforderungen der ungenügenden Koordinierung sind allerdings nicht technischer Art, sondern stehen im Zusammenhang mit einem klaren politischen Bekenntnis und der Formulierung einer Marschroute für weitere Verbesserungen.

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In Vorbereitung

Entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zum Klimaschutzplan NRW

Nordrhein Westfalen hat ein Klimaschutzgesetz verabschiedet, in dem eine Reduktion von Treibhausgasen bis 2020 (25 %) bzw. 2050 (80 %) festgelegt worden ist. In einem sehr breit angelegten Prozess, in dem Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft beteiligt waren, wurde in verschiedenen thematischen Arbeitsgruppen über Maßnahmen diskutiert, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Für einige dieser Themenfelder hat SÜDWIND im Rahmen einer vom Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen finanzierten Studie versucht, eine internationale Sichtweise zu beleuchten, bei der die ökologischen und sozialen Auswirkungen unserer Politik und unseres Handelns in den Entwicklungsländern in den Mittelpunkt rückt. Dies wird für die Teilbereiche Kohleimporte, Agrosprit und Futtermittelimporte untersucht. Wenn beispielsweise Treibhausgase durch die Nutzung von Biomasse (z.B. Agrosprit) eingespart werden sollen, dann muss diese Biomasse oft importiert werden. Das bedeutet nicht nur Treibhausgasausstoß in den Anbauländern. Vielfach ist dieser Anbau auch mit dramatischen sozialen Auswirkungen verbunden. Solchen Themen widmet sich die Studie, um den Diskussionsprozess rundum den Maßnahmenplan kritisch zu begleiten. Die Studie wird Ende November 2014 erscheinen.

LSBTI-Geberstudie

Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*- und Inter*-Personen (kurz LSBTI) sind weltweit willkürlichen Übergriffen sowohl von staatlichen Stellen als auch aus der Bevölkerung ausgesetzt. Solche Übergriffe bleiben oft nicht nur unbestraft sondern werden in manchen Ländern durch ein herrschendes Verbot von Homosexualität unterstützt und sogar mit dem Tod bestraft. Lange Zeit haben LSBTI in der Entwicklungszusammenarbeit kaum eine Rolle gespielt. In den vergangenen Jahren ist jedoch das Bewusstsein gestiegen, dass Menschenrechtsverletzungen von LSBTI im Globalen Süden und Osten nicht ignoriert werden können. Die Dreilinden gGmbH und das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) haben nunmehr zum dritten Mal eine Erhebung in Auftrag gegeben, die das Finanzvolumen ermitteln soll, mit dem Stiftungen, Einzelpersonen, Verbände und Institutionen aus Deutschland LSBTI-Menschenrechtsarbeit im Globalen Süden und Osten gefördert haben. Damit ist auch ein Vergleich möglich, in wie weit sich das Finanzvolumen in den vergangenen fünf Jahren verändert hat. Die Studie besteht im Wesentlichen aus einer quantitativen Datenerhebung gekoppelt mit einigen qualitativen Interviews, und wird gemeinsam mit einem Co-Autor verfasst. Sie wird Ende November 2014 veröffentlicht.

Arbeitsbedingungen in der Schuh- und Lederproduktion

Gemeinsam mit einem breiten Bündnis an Partnerorganisationen aus dem europäischen und weltweiten Netzwerk der Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign) wird SÜDWIND in den kommenden drei Jahren zu den Arbeitsbedingungen in der globalen Schuh- und Lederproduktion arbeiten. Das Projekt beginnt im Jahr 2015 und wird – analog zu unserer Arbeit zur Textil- und Bekleidungsindustrie – aus Recherchen vor Ort, der Erhebung der gravierendsten Missstände, der Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen und politischen Aktionen in Richtung Unternehmen und Politik bestehen. Schwerpunktländer der Untersuchungen werden die drei wichtigsten Produktionsländer von Leder und Schuhen – China, Indien und Indonesien – sein. Das Projekt wird aus Mitteln der EU gefördert.

10 Jahre Liberalisierung im Welttextilhandel und Auswirkungen auf die Beschäftigten

SÜDWIND untersucht aktuell anhand der Schwerpunktländer Bangladesch, China, Indien, Indonesien, Kambodscha, Vietnam, Türkei und Europäische Union die Struktur der internationalen Textil- und Bekleidungsindustrie und die handelspolitischen Rahmenbedingungen im Textil- und Bekleidungshandel zehn Jahre nach dem Auslaufen des Welttextilabkommens. Welche regionalen Verlagerungen gab es? Wie wirkte sich der Wegfall des Quotensystems auf die Situation der Beschäftigten aus? Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Situation weiblicher Beschäftigter im Prozess der Liberalisierung sowie auf Strategien von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften angesichts der Auswirkungen der Liberalisierung auf Beschäftigte gelegt. Welche Strategien Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen im Süden für die Beschäftigten entwickeln, wird im Zeitraum Oktober bis Dezember 2014 durch Interviews mit Stakeholdern aus den Schwerpunktländern erhoben.

Die Studie erscheint im Mai 2015 bei der Otto-Brenner-Stiftung.

Projekt „Arbeitswelten“: Arbeitsbedingungen in der Textilen Kette am Beispiel Indien

Im Blickpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen in der Regel die prekären Arbeitsbedingungen in den globalen Nähereien. Die vorgelagerten Stufen der textilen Kette – wie z.B. die erste industrielle Verarbeitungsstufe der Baumwolle oder die Entkörnung – weisen aber vergleichbar problematische Arbeitsbedingungen auf. Wie die „Arbeitswelten“ auf den ersten Stufen der textilen (Baumwoll-) Kette aussehen, erarbeitet SÜDWIND aktuell am Beispiel Indien. In der ersten Jahreshälfte 2015 wird hierzu eine Überblicksstudie erscheinen, gefolgt von zwei Fact Sheets im September 2015.

In dem von Engagement Global, der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen und der Stiftung Apfelbaum finanzierten Projekt „Arbeitswelten“ wird SÜDWIND im Laufe des Jahres 2015 auch die Wertschöpfungsketten von Naturkautschuk und Palmöl in den Blick nehmen und weitere Studien wie auch Fact Sheets veröffentlichen.

Cocoa Barometer

Ende des Jahres 2014 wird erneut ein Cocoa Barometer erscheinen. Wie bereits bei der Ausgabe vor zwei Jahren wird SÜDWIND intensiv an den Recherchen und dem Abfassen des Textes mitarbeiten. Ziel des vom Voice-Netzwerks finanzierten Projektes ist es, erneut einen Überblick darüber zu geben, was sich derzeit in der weltweiten Kakaoindustrie tut. Ein Schwerpunkt wird dabei sein, Ansätze zur Diskussion über ein menschenwürdiges Einkommen von FarmerInnen voranzutreiben. Darüber hinaus wird zusammengefasst, wie weit die Nachhaltigkeitsinitiativen von Unternehmen, Regierungen und Nichtregierungsorganisationen derzeit reichen.

Aktionen, Mitgliedschaften und Kampagnen

Den aktuellen Stand der Kampagnen aus unseren Netzwerken und Mitgliedsorganisationen sowie empfehlenswerte Aktionen finden Sie auf unserer Website. Hier haben Sie die Möglichkeit sich zu engagieren, an Aktionen teilzunehmen und mit Ihrer Stimme zu einer gerechteren Weltwirtschaft beizutragen.

Forum Nachhaltiger Kakao

Am 08. April 2014 wurde aus der lockeren Initiative „Forum Nachhaltiger Kakao“ ein eingetragener Verein. Die erste Mitgliederversammlung des Vereins, dem derzeit 58 Mitglieder angehören, fand im Mai statt. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem die Bundesregierung vertreten durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Unternehmen der deutschen Süßwarenindustrie und des deutsche Lebensmittelhandels, Nichtregierungsorganisationen und standardsetzende Organisationen (darunter Fairtrade, Rainforest Alliance und UTZ Certified). Nachdem SÜDWIND bereits zwei Jahre im Lenkungsausschuss des Forums mitgearbeitet hat, ist das Institut nun auch im Vorstand vertreten und Friedel Hütz-Adams ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Ziel ist weiterhin, gemeinsam dafür einzutreten, die Situation der FarmerInnen im Kakaoanbau zu verbessern.

Bündnis für Nachhaltige Textilien

Mitte Oktober wurde in Berlin auf Initiative des Entwicklungshilfeministers Gerd Müller das Bündnis zur Umsetzung von öko-sozialen Standards in der globalen Lieferkette gegründet. In einem intensiven Multistakeholder-Prozess hat SÜDWIND seit Frühjahr 2014 den Aktionsplan des Bündnisses mitentwickelt. Die Bündnismitglieder haben sich auf einen Aktionsplan geeinigt, der erstmalig Transparenz in die gesamte Lieferkette vom Baumwollfeld bis zum Kleiderbügel bringen will. Der Aktionsplan orientiert sich an internationalen Sozial- und Umweltstandards. Neben den Unternehmensverbänden Gesamtverband Textil+Mode, Germanfashion, AVE und HDE, die sich kurz vor der Gründung gegen einen Beitritt zum Bündnis ausgesprochen haben, nimmt auch ein Großteil der Textilunternehmen seine Verantwortung für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion nicht wahr. Ein Beitritt in das Bündnis würde diese Verantwortung jedoch klar zum Ausdruck bringen.

Trotz dieser Startschwierigkeiten ist das neu gegründete Bündnis aus Sicht von SÜDWIND ein wichtiger Schritt, da sich das Bündnis auf einen Umsetzungsplan für Öko- und Sozialstandards geeinigt hat. Deshalb sind trotz Bedenken die Kampagne für Saubere Kleidung und ihre Trägerorganisationen Christliche Initiative Romero, FEMNET, INKOTA-netzwerk und SÜDWIND Gründungsmitglieder des Bündnisses.

Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA

Zwei umfangreiche Handelsabkommen will die EU in nächster Zeit unterzeichnen: eines mit Kanada (CETA = Comprehensive Economic and Trade Agreement) und eines mit den USA (TTIP = Transatlantic Trade and Investment Partnership). Offiziell heißt es, dies schaffe Arbeitsplätze und steigere das Wirtschaftswachstum. Doch in Wirklichkeit sind die Profiteure dieser Abkommen nicht die Bürger/innen, sondern große Konzerne. Das TTIP hätte enorme Auswirkungen auf unsere Demokratie, den Rechtsstaat, Verbraucher- und Umweltschutz und sogar öffentliche Daseinsvorsorge, wie unser Gesundheitswesen, Bildung und Kultur. TTIP würde beiderseits des Atlantiks für alle staatlichen Ebenen bis hin zu den Kommunen verbindliche Regelungen schaffen und damit für rund 820 Millionen Menschen gelten. Es würde weite Bereiche des Wirtschaftslebens umfassen, vom Handel mit Dienstleistungen über öffentliche Aufträge, Landwirtschaft und Bergbau bis hin zu technischen Standards und Urheberrechtsfragen. Außerdem würden Unternehmen die Möglichkeit erhalten, Staaten vor privaten Schiedsgerichten zu verklagen, wenn diese Gesetze erlassen, die Investitionen und Gewinnerwartungen des Unternehmens beeinträchtigen.

SÜDWIND unterstützt neben 240 Organisationen aus ganz Europa die Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA.

Auf der Suche nach einem besseren Leben. Migration nach und in Europa

Am 01. Juli 2014 hat Italien die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Ein Schwerpunkt im Rahmen des italienischen Arbeitsprogramms für diesen Zeitraum ist die Situation an den EU-Außengrenzen und die europäische Einwanderungs- und Asylpolitik. Was Italien genau im Rahmen dieses Schwerpunkts bezweckt bzw. erreichen will, ist noch nicht bekannt. Dass es aber etwas anderes sein muss als lediglich mehr „Solidarität“ aller EU-Länder im Schutz der Außengrenzen und in der Abwehr von Menschen, die in die EU wollen, dürfte klar sein.

Gerade weil SÜDWIND die derzeitigen Zustände als untragbar empfindet, hat das Institut im Juni 2014 begonnen, über unregelmäßig erscheinende Blogbeiträge die Politik der italienischen EU-Ratspräsidentschaft zu begleiten, kommentieren und – wo nötig – zu kritisieren.
Für diese Arbeit zum Thema Migration erhält SÜDWIND keine finanziellen Mittel. Wir glauben, dass das Thema uns alle betrifft und wir glauben auch, dass wir zur Veröffentlichung der Blogbeiträge und eines Fact-Sheets mit Ihrer Unterstützung 2.222 Euro sammeln können.

Während der gesamten italienischen Ratspräsidentschaft, d.h. bis zum 31. Dezember 2014 werden wir unter www.betterplace.org/p20197 viele kleine Spenden (z.B. 22,22 Euro) sammeln.

Auf unserem Blog: http://suedwind-institut.blogspot.de/ sind die ersten Beiträge bereits erschienen!

Auf der Suche nach einem besseren Leben
Zur italienischen EU-Ratspräsidentschaft und der EU-Flüchtlingspolitik
Von der Notwendigkeit, illegale Migration zu verhindern.
Frontex – Die Türsteher Europas
Frontex – zwischen Migrationsvermeidung und Menschenrechten
Wir mauern uns ein – Flüchtlinge scheitern an unseren Grenzen
Wer nimmt wem was weg? MigrantInnen und ihr Platz auf dem Arbeitsmarkt