Generalanzeiger: Gegen die Wegwerfmentalität angehen

BONN. Es sind menschliche Katastrophen, die sich in Bangladesch oder Kambodscha abspielen: Menschen sterben in brennenden Textilfabriken, weil Notausgänge blockiert sind. Frauen arbeiten oft 16 Stunden am Tag, um zu überleben.

„Wir sehen in diesen Ländern immer nur die schwachen Frauen“, sagt Anna Hoff, Moderatorin der Podiumsdiskussion „Kleider machen (arme) Leute?“ mit rund 50 Gästen in der Trinitatiskirche. „Heute wollen wir aber über die Starken sprechen, die, die etwas verändern wollen.“ Geladen hatte der Verein Femnet mit der Vorsitzenden Gisela Burckhardt, die mit Heidemarie Wieczorek-Zeul, ehemalige Bundesministerin, Eva Maria Wels-kop-Deffaa, Verdi-Vorstand, Katharina Partyka, Inhaberin eines „fairen Ladens“, und Nese Aksoy, Betriebsrätin bei Zara, über die Situation der Frauen in besagten Ländern diskutierte.

„Es ist ein Skandal, dass sich dort an den Arbeitsbedingungen nichts verändert hat“, sagte Burckhardt. Es seien lediglich die Brandschutzbedingungen verbessert worden. In diesem Zusammenhang meldete sich Nese Aksoy zu Wort: Sie hatte mit dem Betriebsrat durchgesetzt, dass Zara das Abkommen über Sicherheitsmaßnahmen unterzeichnet. „Ich will diese Menschen schützen, immerhin verdanke ich ihnen meinen Job“, sagte Aksoy.

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Von Katrin Puvogel

Artikel vom 28.11.2014