UNEP/CMS Secretariat: International Action Plan Aims at Reducing Barriers to Migratory Wildlife in Central Asia

Saiga Antilopen, Wildkamele, Gazellen und Asiatische Wildesel sollen auch künftig ungehindert ihre langen Wanderungen ueber die weiten Steppen in Zentralasien fortsetzen können. Bei einer Konferenz an der Internationalen Naturschutzakademie Insel Vilm haben Regierungsvertreter aus Deutschland, der Mongolei, Kasachstan und Kirgistan heute zusammen mit dem Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (CMS, Bonner Konvention) und weiteren Experten einen Schutzplan verabschiedet, um die Bedrohung der Wildtiere durch die stark wachsende Infrastrukturentwicklung beim Abbau von Bodenschätzen zu vermindern.

In Zentralasien gibt es die größten intakten und zusammenhängenden Graslandlökosysteme und Steppen weltweit. Man spricht von der „Serengeti Asiens“ aufgrund der Wanderbewegungen etwa von Mongolischen Gazellen und Saiga Antilopen. Legaler und illegaler Bergbau sowie groß angelegte Infrastrukturprojekte insbesondere in der Mongolei und Kasachstan gefährden jedoch dieses Ökosystem und die überlebenswichtigen Wanderungen von Huf- und anderen Wildtieren zu den besten Weidegründen. Zäune, Straßen und Schienen schränken nicht nur die Wanderbewegungen der Tiere ein, sondern stellen oft ein tödliches Hindernis dar. Die Bonner Konvention unter dem Dach des Umweltprogramms der Vereinten Nationen arbeitet an der Erhaltung dieses einzigartigen ökologischen Netzwerks mit seinen wandernden Wildtieren in den zentralasiatischen Steppen.

Gebündelte Maßnahmen sollen nun helfen, die Konflikte zwischen der Bergbauindustrie und wan-dernden Huftieren zu vermindern. Eine relativ schnell umsetzbare Hilfe sind durchlässige Zäune für Wildtiere sowie das Entfernen von Zaeunen entlang der Zugstrecken. Wissenschaftler werden untersuchen, inwieweit die Wildtiere solche und andere Minderungsmassnahmen wie etwa „Grünbrücken“ über bzw. unter Strassen und Schienen oder temporäre Fahrverbote auf Strassen annehmen, die dann beim weiteren Ausbau der Infrastruktur berücksichtigt werden sollen. Wichtig sind auch eine frühzeitige Planung der Transportinfrastruktur, einschliesslich einer nationalen Strategie zur Gefahrenminderung, unter Einbeziehung aller Stakeholder. Bekämpfung der Wilderei,  interministerielle Koordination und Kapazitätsaufbau zur effektiveren Umsetzung der Umweltgesetz-gebung sind ebenfalls vonnöten um den Druck auf die Arten zu vermindern. Ziel ist es, die Gewin-nung von Bodenschätzen mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt in Zentralasien zu vereinbaren.

Der Konferenz ist eine gemeinsame Initiative der Bonner Konvention, des Bundesumweltministe-riums, des mongolischen Ministeriums für Umwelt und Green Development und des Bundesamts für Naturschutz (BfN). Ziel des Dialogs zwischen allen Beteiligten ist es die Lücken zwischen Wissen und Praxis zu schließen.

Die Bundesregierung hat bilaterale Abkommen im Bereich der Rohstoffgewinnung mit der Mongolei (2011) und mit Kasachstan (2012) unterzeichnet. Dies beinhaltet die Zusammenarbeit mit den beiden Ländern, um eine umwelt- und sozialverträgliche Förderung zu gewährleisten. Als Mitgliedstaat der Bonner Konvention unterstützt Deutschland die Minimierung der negativen Auswirkungen der Infrastruktur auf wandernde Tierarten in Zentralasien.

Pressemitteilung